Beiträge

Universität Hamburg

Nun steht es fest: Die Universität Hamburg ist exzellent. Die Exzellenzkommission und das Expertengremium haben heute darüber entschieden, welche Hochschulen und Hochschulverbünde zukünftig das Label „Exzellenzuniversität“ tragen dürfen. Es gab 19 Bewerbungen, von denen 11 ausgewählt wurden. Bewerben konnte sich, wer mit mindestens zwei Exzellenzclustern in der ersten Phase des Wettbewerbs erfolgreich war. Die Universität Hamburg konnte sich in dieser Phase sogar mit vier Clustern durchsetzen. Für die jetzt ausgewählten Hochschulen und Verbünde stellt der Bund jährlich 148 Mio. Euro Fördermittel für exzellente Wissenschaft, Strukturentwicklung an den Hochschulen und internationale Sichtbarkeit zur Verfügung.

„Die Universität Hamburg ist exzellent und darf sich jetzt auch so nennen. Das ist ein unglaublicher Erfolg. Ich bin begeistert von dieser besonderen Auszeichnung für den Wissenschaftsstandort Hamburg. Die Entscheidung zeigt auch, dass wir in den vergangenen Jahren viele Weichen richtig gestellt haben. Die Universität Hamburg ist eine Hochschule mit internationalem Renommee. Die zusätzlichen Fördermittel die wir jetzt erhalten, dienen dazu, die Strukturen so weiterzuentwickeln, dass aktuelle und künftige Forschungsschwerpunkte noch besser sichtbar werden, dass es noch mehr Vernetzung zwischen den einzelnen Fachdisziplinen gibt, und dass die internationale Sichtbarkeit noch mehr steigt. Ich wünsche mir, dass auch Studierende von diesem Qualitätszuwachs profitieren und beispielsweise forschungsorientierte Lehrformate jetzt an der gesamten Universität noch mehr gefördert werden. Der allergrößte Dank geht an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für uns an Zukunftsthemen wie Klima, Nanotechnologie und Quantenphysik forschen oder mit den Manuskriptforschungen dafür sorgen, dass alte Wissensbestände nicht verloren gehen.“

Dr. Sven Tode, Fachsprecher Wissenschaft der SPD-Bürgerschaftsfraktion:

Mit einer Initiative zur heutigen Bürgerschaftssitzung unterstützen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen den nachhaltigen Wachstumskurs der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Bundesländerregierungen in Fragen der Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung berät, hatte 2016 die positive Entwicklung der TUHH festgehalten und einen strategischen Ausbau empfohlen. Neben neuen zukunftsorientierten Schwerpunkten, die das sehr gute Renommee der Hochschule weiter erhöhen, sollen insbesondere auch Kooperationen mit anderen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen ausgebaut werden.

“Die Entwicklung der TUHH ist eine Erfolgsgeschichte. Umso wichtiger ist es jetzt, dass für die Zukunft die Stärken noch deutlicher hervorgehoben und klare Entwicklungsperspektiven erarbeitet werden. Unser Ziel ist es, durch einen nachhaltigen Wachstumskurs, verstärkte Kooperation mit Akteuren aus Wissenschaft und Forschung in Hamburg und der Metropolregion die TUHH als führende Technische Universität im Norden fest zu etablieren. Die Förderung von innovativer Wissenschaft und Forschung sind immens wichtig für die dynamische Entwicklung und Lebensqualität in unserer Stadt. Wir sind stolz, dass wir mit der TUHH einen solchen Garanten für innovative Exzellenz in unserer Stadt haben und werden die empfohlene Weiterentwicklung politisch eng begleiten und unterstützen.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Dazu René Gögge, wissenschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: “Der Wissenschaftsrat hat die positive Entwicklung und Innovationskraft der TUHH ausführlich gelobt und ihre Entwicklung als ‘hervorragend’ und ‘vorbildlich’ bezeichnet. Aber mit 7.000 Studierenden sei die Hochschule relativ klein. Genau das wollen wir gemeinsam mit der Technischen Universität ändern. Wir machen uns auf den Weg für einen durchdachten und langfristigen Wachstumskurs. Wichtig wird es dabei sein, die Rolle der TU als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken. Hier hat die Hochschule – unter anderem mit ihrem Tochterunternehmen TuTech – schon heute große Stärken. Die TU will sich vor allem in den Zukunftsbereichen Erneuerbare Energien, medizinische Forschung und Luft- und Schifffahrt weiterentwickeln. Dies sind alles Bereiche, in denen wissenschaftliche Fortschritte nicht nur wirtschaftlichen Nutzen bringen, sondern der gesamten Gesellschaft helfen.”

Mit dem in dieser Woche von der Bürgerschaft zu beschließenden Doppelhaushalt 2017/18 bringen Senat und Regierungsfraktionen eine Reihe wichtiger Maßnahmen für die Stärkung des Wissenschaftsstandorts auf den Weg. Hamburg geht damit einen weiteren Schritt zur Festigung seiner Position als Wissenschaftsmetropole, die Studierenden hervorragende Lebens- und Arbeitsbedingungen und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen idealen Rahmen für exzellente Forschungsleistungen bietet.

“Die Wissenschafts- und Forschungslandschaft Hamburgs ist der zentrale Faktor, um unsere Hansestadt für die Zukunft gut aufzustellen. Die konsequenten Investitionen der letzten beiden Doppelhaushalte setzen wir auch mit dem vorliegenden Doppelhaushalt fort. Insbesondere profitiert die Forschung in Hamburg von einer erheblichen Aufstockung der Landesforschungsförderung um 6,25 Millionen Euro pro Jahr, die kleineren Hochschulen – HafenCity Universität, Hochschule für Musik und Theater, Hochschule für Bildende Künste – sowie die Staats- und Universitätsbibliothek erfahren einen Aufwuchs um 1,75 Millionen Euro jährlich.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Die Regierungsfraktionen flankieren den nächsten Doppelhaushalt für Wissenschaft und Gleichstellung mit mehreren Haushaltsinitiativen.

“Der Wissenschaftsrat hat den Hamburger Hochschulen für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, dem so genannten MINT-Sektor, ein exzellentes Zeugnis aufgestellt, aber auch eine Reihe an Vorschlägen für eine Optimierung formuliert. Hierauf reagieren wir, indem wir Mittel für die Schaffung einer Kooperationsplattform Informatik bereitstellen. Damit können die Universität Hamburg, die Technische Universität Hamburg-Harburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften und die HafenCity Universität sich besser vernetzen und Synergien für ihre MINT-Bereiche heben. Vorgesehen hierfür sind bis zu vier Millionen Euro. Außerdem führen wir unseren Einsatz für gute Wohnbedingungen für Studierende fort, indem wir Maßnahmen zur energetischen Sanierung der Studierendenwohnheime wie im letzten Doppelhaushalt mit einer Millionen Euro zusätzlich unterstützen.” Darüber hinaus soll mit dem Hamburg Institute for Advanced Study mit einer Million Euro ein Ort für internationale und interdisziplinäre Forschung eingerichtet werden.

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Insgesamt sieht der Einzelplan der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung 2017 und 2018 einen Etat von je rund 1,2 Milliarden Euro vor, davon etwa 611 Millionen Euro für die staatlichen Hochschulen der Stadt ohne die Staats- und Universitätsbibliothek. Hinzu kommen unter anderem Zuwendungen und Investitionen in außeruniversitäre Forschungseinrichtungen: Hier ist Hamburg spätestens mit der für 2017 geplanten Inbetriebnahme des European XFEL in die internationale Spitze vorgestoßen. Zusätzlich wurde die Forschungslandschaft neben der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft durch die Ansiedlung des Centrums für Maritime Logistik (CML) im Rahmen der Fraunhofer-Strategie des Senats nun auch um die Fraunhofer-Gesellschaft erweitert.

Auch im Bereich Gleichstellung setzt die rot-grüne Regierungskoalition Akzente – für den Haushalt 2017/18 werden zusätzliche Mittel eingeplant. Dazu Gabi Dobusch, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: “Um den gestiegenen Herausforderungen an die Gleichstellungspolitik in Hamburg gerecht zu werden, bringen wir heute einen Antrag zur Stärkung des entsprechenden Haushaltsansatzes ein: 200.000 Euro mehr werden jeweils 2017 und 2018 zur Verfügung stehen, um unseren verfassungsgemäßen Auftrag ordentlich umsetzen zu können – nämlich die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile von Frauen hinzuwirken.” Damit knüpfen die Fraktionen nahtlos an das Reformprojekt des roten Vorgängersenats an und führen zudem das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm mit neuen Akzenten fort: “Rot-Grün tritt ebenso für die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen ein. Damit setzen wir ein Zeichen für Liberalität, Toleranz und Offenheit – auch dafür brauchen wir unbedingt die Erhöhung des Haushaltstitels”, betont die SPD-Abgeordnete. Darüber hinaus wird das bereits in der letzten Legislaturperiode eingeführte Gender-Budgeting im Haushaltswesen in den kommenden Jahren von SPD und Grünen weiterentwickelt. “Ziel ist es weiterhin, die Chancen des neuen Haushaltswesens zu nutzen und für die Verwirklichung gleichstellungspolitischer Ziele fruchtbar zu machen”, so Dobusch abschließend.