Beiträge

Am 15. November 2019 hat das Wissenschaftsforum den Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher eingeladen, mit Wissenschaftsjournalist Marc Hasse (Hamburger Abendblatt) über den Wissenschaftsstandort Hamburg zu diskutieren. 

Aktuell fließen 10% des gesamten Haushalts in Wissenschaft und Forschung – das entspricht (bezogen auf die Einwohnerzahl) Platz 1 in ganz Deutschland. Dass die Förderung von Wissenschaft und Forschung ein ganz erheblicher Teil der sozialdemokratischen Politik ist, betonte Tschentscher deutlich. Besonders wichtig sei auch, dass die Universitäten und Hochschulen sich zur Stadtgesellschaft hin öffneten und anders herum. Die Lange Nacht des Wissens zeugt von genau solchen fruchtbaren Annäherungen.

Zwar habe sich Hamburg – anders als München mit Garching oder Berlin mit Adlershof – spät zu dem großen Stadtentwicklungsprojekt ScienceCity entschlossen – es sei aber kein Grund, diese Form moderner Stadtentwicklung und Forschungsförderung weiter aufzuschieben. Daneben wurden Themen wie Exzellenz, Digitalisierung und Standortentwicklung diskutiert. Besonders wies Marc Hasse darauf hin, dass die Universität viel Drittmittel einwerbe, und befürchtete „eine Abhängigkeit“. Der Erste Bürgermeister betonte, dass eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie keine Abhängigkeit bedeute. Zentral ist aber laut Tschentscher, dass die Wissenschaftspolitik und der Universitätsbetrieb die Bereitschaft behalte, sich ständig zu reflektieren und zu verändern. Schon historisch konnte Hamburg als Hansestadt so lange bestehen, weil sie sich immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst hat. Dies ist ein Credo, das Wissenschaftspolitik voranbringt: mit Offenheit und Flexibilität Forschung und Lehre am Wissenschaftsstandort Hamburg zu gestalten.

Für die gelungene Veranstaltung danke ich unserem Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Marc Hasse und der Staatsbibliothek, die Gastgeber für diese gelungene und anregende Veranstaltung war.

Universität Hamburg

Den Grundstein für das neue MIN-Forum und einen Neubau für den Informatik-Fachbereich haben am 14. November Uni-Präsident Dieter Lenzen und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank gelegt. Bis 2023 sollen dort auf fast 20.000 Quadratmetern moderne Räumlichkeiten für Lehre und Forschung, unter anderem auch eine Bibliothek und eine Mensa entstehen. Nach dem “Haus der Erde”, dessen Bau schon 2016 begonnen hatte, wird hier der Campus-Standort in Eimsbüttel verdichtet.

Foto: Bez+Kock-Architekten (Foto von uni-hamburg.de)

“Eine Exzellenz-Universität braucht als Basis moderne und funktionale Räumlichkeiten, von denen alle profitieren: MitarbeiterInnen wie Studierende. Dass die Modernisierung des Campus in Eimsbüttel vorangeht, ist ein wichtiges Signal und Grundlage für exzellentes Forschen und Lehren.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion
Universität Hamburg

Aktuell verhandeln Stadt und Hochschulen über die künftige Grundfinanzierung der Hochschulen. In diesem Zusammenhang habe ich kürzlich mit Marc Hasse vom Abendblatt darüber gesprochen, wie prekär beschäftigte WissenschaftlerInnen – vor allem im sogenannten Mittelbau – sicherere Zukunftsperspektiven bekommen könnten. Um das zu gewährleisten, fordere ich Planstellen und einen Ausfallfonds für WissenschaftlerInnen mit Drittmittelverträgen. Obwohl die betroffenen ForscherInnen ein Gros des Forschungsgeldes selbst einwerben, sind sie befristet angestellt. Um “Kettenbefristungen” zu vermeiden, verlängern Universitäten die Arbeitsverhältnisse oft gar nicht erst, um finanzielle Risiken zu vermeiden. In meinen Augen jedoch ist es ein viel höheres Risiko, dass die Uni bei einer Nichtverlängerung der Verträge in Kauf nimmt, wertvolle und nur schwer ersetzbare Expertisen zu verlieren. Schließlich bringen die Forscherinnen und Forscher sehr viel Geld, Innovation und Renommee in die Stadt. 

Es ist denkbar, Planstellen für jene Forscher zu schaffen, die langjährig Drittmittel auch zur Finanzierung ihrer eigenen Stelle eingeworben haben, um ihnen eine entfristete Beschäftigung anzubieten. Auch diese Stellen müssten – um das finanzielle Risiko für die Universität gering zu halten – über Drittmittel finanziert sein. Mein Ziel wäre, dass man durch eine Dissertation, Juniorprofessur oder Professur in den Unibetrieb kommt, aber auch durch Forschung, wobei der letztere Teil einen kleineren Stellenpool betreffen sollte. Zusätzliche Sicherheit kann ein Ausfallfonds bieten, wenn Drittmittel unerwartet wegfallen. Tode plädiert auch dafür, einen Ausfallfonds einzurichten, um unerwartet wegfallende Drittmittel kompensieren zu können.

Wege der Finanzierung gäbe es verschiedene: Dieses Vorhaben könnte aus Paktmitteln oder aber aus einem Teil der Exzellenzgelder für die Uni finanziert werden; alternativ aus einer Abgabe, die Drittmittelgeber bereitstellen müssten, oder aus zusätzlichen staatlichen Mitteln,

Den gesamten Artikel von Marc Hasse, erschienen im Abendblatt, finden Sie hier.

Zu einer Diskussion mit Hamburgs Erstem Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, lädt das Wissenschaftsforum Hamburg herzlich ein. Seit seinem Amtsantritt betont Dr. Tschentscher, wie eng verwoben Hamburg und die dort angesiedelte Wissenschaft und Forschung sind: „Hamburg ist ein guter Ort für die Wissenschaft – und Wissenschaft ist gut für Hamburg“. Nach 18 Monaten im Amt wird er nun aus seinen Erfahrungen berichten und der Frage nachgehen, wie der Wissenschaftsstandort Hamburg zukünftig gestaltet wird.

Gemeinsam soll anschließend diskutiert werden, welchen Stellenwert Bildung, Wissenschaft und Forschung in Hamburg einnehmen. Ist Hamburg auf dem Weg zur führenden Wissenschaftsmetropole des Nordens?

Die Veranstaltung wird moderiert von Marc Hasse vom Hamburger Abendblatt.

Einführung und Begrüßung:
PD Dr. Sven Tode, MdHB
Vorsitzender Wissenschaftsforum Hamburg e.V.

Wann: Freitag, 15. November 2019, 19:00 Uhr (Einlass: 18:30 Uhr)
Wo: Staats- und Universitätsbibliothek, Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg,
Eintritt ist frei.

Die ScienceCity in Bahrenfeld wächst und wächst – und soll ab 2023 ein echtes Highlight erhalten. Das Forschungszentrum “Desy” hatte die Planung eines neuen Multifunktionsgebäudes als Anlaufpunkt für Besucher und Mitarbeiter ausgeschrieben. Nun gab das Desy den Gewinner bekannt: Das Architekturbüro “HPP Architekten” überzeugte mit einem modernen Entwurf, der ein wenig an die Elphi erinnert. Das Gebäude soll ab 2023 direkt am Haupteingang stehen.

Visualisierung des Vorentwurfs von HPP Architekten: Blick vom Kreisverkehr auf die gelbe Streifenfassade und den Vorplatz des Gebäudes (Bild: HPP Architekten).

Am Dienstag und Mittwoch, den 1. und 2. Oktober, habe ich in Hannover an der Konferenz der Sprecherinnen und Sprecher für Hochschulen, Wissenschaft und Forschung der SPD-Fraktionen des Bundestages, des Abgeordnetenhauses, der Bürgerschaften und Landtage teilgenommen. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben wir über die aktuellen und zukünftigen Chancen und Herausforderungen für die Wissenschaftspolitik diskutiert.

Mir war es immer ein wichtiges Anliegen, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Planungssicherheit zu bieten. Dass also der noch laufende Hochschulpakt entfristet werden und Projekte wie der Qualitätspakt Lehre und der Pakt für Forschung und Innovation fortgeführt werden sollen, begrüße ich sehr.

Digitalisierung ist weiterhin eine Kernaufgabe der Wissenschafts- und Hochschulpolitik; auch hier befinden wir uns auf dem richtigen Weg – allerdings sollen die Initiativen auf Länderebene enger mit der Investitionsförderung des Bundes zusammengebracht werden.

In meinem aktuellen Newsletter (10/2019) erfahren Sie Neues und Wissenswertes aus unseren Stadtteilen und den hier aktiven Menschen, außerdem alles über meine Arbeit in der Bürgerschaft und im Wahlkreis vor Ort. Viel Freude beim Lesen!

 

Mit insgesamt 10 Millionen Euro wird das Verbundprojekt „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-SIGS) gefördert (vorbehaltlich des parlamentarischen Beschlusses über den Bundeshaushalt). Mit Unterstützung der Landesregierungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen initiierten die Universitäten Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein norddeutsches Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin.

Nun hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die Förderung des Projektes ausgesprochen. Im Rahmen des Projektes sollen Hochschulen, Kliniken und Unternehmen ihre Kompetenzen im Bereich KI/Intelligente Gesundheitssysteme bündeln und ausbauen, um so gemeinsam die Modernisierung des Gesundheitssystems in Norddeutschland voranzubringen.

“Eine Investition in Gesundheitsforschung ist eine Investition in die Zukunft, besonders wenn wie hier starke Partner zusammenkommen und ihre Ressourcen bündeln. Das Verbundprojekt “KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme” ist vielversprechend und ein Gewinn für die Hamburger Wissenschaftslandschaft.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

KI-SIGS will dem mit der Digitalisierung einhergehenden Strukturwandel von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft Rechnung tragen: Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft, Medizin und Medizintechnik lässt die Anzahl an komplexen Datensätzen in allen Bereichen der Lebenswissenschaften rasant ansteigen. Diese Daten bergen großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und adaptive selbstlernende KI-Technologien. Auf dieser Basis werden im Rahmen des Projekts neun Verbundprojekte initiiert, mit Schwerpunkt auf adaptive medizinische Systeme, lernende robotische Assistenzsysteme und Smart-Living Home-Assistenten. Um diesen „KI-Space“ soll ein Ökosystem von technischen Ressourcen, Forschung und verschiedenen Stakeholdern in Norddeutschland zur (Weiter-)Entwicklung und Anwendung KI-basierter Konzepte für die Gesundheitstechnologie entstehen.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Mit dem Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz in der Medizin wollen wir Norddeutschland als Standort der Gesundheitswirtschaft stärken. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen im Bereich des Gesundheitswesens kann die medizinische Versorgung in Hamburg weiter verbessert werden. Ich gratuliere den Projektpartnern zu ihrer erfolgreichen Bewerbung!“

Weitere Informationen unter https://ki-sigs.de/

Am Montag, den 23. September 2019, eröffnete nach langjähriger Umbauphase das neue Akustiklabor an der HAW Hamburg. Im etwa drei Millionen teuren Neubau am Berliner Tor wird interdisziplinär zum Thema Akustik geforscht, zum Beispiel zum Lärm durch Windenergieanlagen, E-Autos oder in Flugzeugkabinen.

Prof. Dr. Wolfgang Gleine, Leiter des Forschungs- und Transferzentrums für Technische Akustik, HAW-Präsident Prof. Dr. Micha Teuscher, Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Prof. Dr. Thomas Netzel, HAW-Vizepräsident für Forschung, Transfer und Internationales, Dr. Thomas Flower, Dekan der Fakultät Technik und Informatik (Foto: Paula Makert / HAW Hamburg)

Im neuen Akustiklabor der HAW Hamburg wird künftig zu akustischen Fragestellungen gelehrt und geforscht. Hier treffen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammen und erarbeiten neue Lösungen, die zur wettbewerblichen Stärkung an kooperierende Industriepartner transferiert werden. Den Kern des Labors bilden verschiedene akustische Messräume: ein Hallraum, sowie daran angrenzend vier reflexionsarme Räume unterschiedlicher Größe und Eigenschaften. Im Gebäude befinden sich weiterhin Büroräume, eine Werkstatt, ein Materialraum sowie ein Mess- und Auswerteraum. 

Die Akustik spielt in vielen Lebensbereichen eine besondere Rolle und ist ein Wettbewerbsfaktor bei vielen technischen Produkten: In der Unterhaltungstechnik sind die Eigenschaften der Lautsprecher wichtig. Der Wert von Musikinstrumenten wird durch ihren Klang definiert, während in der Medizintechnik der Ultraschall unverzichtbar geworden ist. Konzertsäle, Wohnhäuser und Büros werden durch bauakustische Maßnahmen ausgelegt, störender oder gesundheitsschädlicher Lärm bei Verkehrsmitteln wird durch akustische Maßnahmen deutlich gemindert. Durch fortschreitende Technik beispielsweise im Leichtbau oder bei der Elektromobilität entstehen immer neue Herausforderungen bei der Entwicklung geeigneter Lärmminderungsmaßnahmen.

„Akustik ist Kernbestandteil unseres Alltags und stellt die Forschung so vor immer neue Herausforderungen, gerade in den Bereichen Mobilität und Verkehr. Im neuen Akustiklabor werden im interdisziplinären Austausch unter anderem Konzepte zur Schallminderung für modernes energieeffizientes Fliegen gestaltet – eine zukunftsorientierte Forschung, die den Innovationsstandort Hamburg weiter stärkt und vernetzt!“, so Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

“Egal ob im Bereich Alltag, Gesundheit, Reise, Kultur oder Kommunikation – Akustik spielt in unfassbar vielen Lebensbereichen eine Rolle. Zur Lebensqualität in Metropolen gehört auch, die akustische Umgebung zu optimieren und Lärm zu vermeiden. Ich freue mich also sehr, dass im neuen Akustiklabor hochkarätige Forschung von unmittelbarer Relevanz möglich wird. Der Wissenschaftsstandort Hamburg kann nur von solchen Forschungseinrichtungen profitieren, die einerseits den wissenschaftlichen Dialog zu anderen Institutionen stärken und andererseits praxisnahe Fragen in Kooperationen mit Unternehmen und Industrie angehen.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion