Beiträge mit dem Tag: Sylvia Wowretzko

Studiengang für Geburtshilfe in Hamburg: Hebammen an die Hochschule

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich mit einer Initiative zur nächsten Bürgerschaftssitzung dafür ein, einen Studiengang für Hebammen in Hamburg einzurichten. Hierzu braucht es auch ein neues Berufsgesetz auf Bundesebene, das derzeit erarbeitet wird. Der Reformprozess wird durch EU-Richtlinien angetrieben.

Dr. Sven Tode, Bürgerschaftsabgeordneter für Barmbek, Uhlenhorst, Hohenfelde und Dulsberg

Dazu Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: “Es ist gut, dass wir jetzt die Akademisierung der Hebammenausbildung vorantreiben. Bei diesem wichtigen Beruf ist es notwendig, dass für die Ausbildung die besten Voraussetzungen gewährleistet sind.  Am Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Hamburg haben wir optimale Bedingungen für eine hochwertige Ausbildung: Das genießt weit über die Landesgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf. Die HAW Hamburg mit ihrer Fakultät für Life Science ist eine ausgezeichnete Kooperationspartnerin für eine praxisorientierte Ausrichtung der akademischen Hebammenausbildung.”

Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: “Hebammen haben eine zentrale Rolle in der Versorgung von Frauen und Neugeborenen und es ist unser Ziel, die hohe Qualität der Hebammenleistungen langfristig zu sichern. Dazu gehört die Attraktivität des Berufsstands zu steigern und auch weiterhin den Berufsnachwuchs zu sichern. Die Anforderungen an den Hebammenberuf sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Das Tätigkeitsspektrum, aber auch die Form der Berufsausübung haben sich grundlegend verändert. Hamburg ist ein deutschlandweit herausragender Gesundheitsstandort. Gerade hier ist es deswegen an der Zeit für eine Ausbildung der Hebammen auf Hochschulniveau, die einen hohen Praxisanteil beinhaltet.”

Dazu Christiane Blömeke, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: “Wir wollen keine Zeit verlieren, wenn es darum geht, Hamburgs zukünftige Hebammen auch an der Universität auszubilden. Damit erhöhen wir die Attraktivität des Hebammenberufes und passen die Ausbildung an die gesteigerten Anforderungen an. Denn eines ist klar: Die personelle Lage in den Geburtskliniken ist auch in Hamburg angespannt. Eine Hebamme für die wichtige Nachsorge zu finden, ist mancherorts ein Glücksfall. Es muss aber in allen Hamburger Stadtteilen der Regelfall werden! Ein gutes und vielschichtiges Ausbildungsangebot ist Voraussetzung, um viele Menschen für diesen Beruf zu gewinnen. Hamburg wird also startklar sein, wenn das neue Berufsgesetz für Hebammen auf Bundesebene kommt. Um den Studiengang attraktiv zu gestalten und einen hohen Praxisanteil zu gewährleisten, soll es eine Kooperation zwischen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und dem Universitätsklinikum Eppendorf geben. Wir wollen zudem, dass die Erfahrungen heute praktizierender Hebammen von Anfang an mit in die Planungen zu diesem neuen Studiengang einfließen.”

Dazu René Gögge, wissenschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: “Einmal mehr zeigt sich die Bedeutung der HAW für die Ausbildung qualifizierter Kräfte in unserer Stadt. Eine so starke Fachhochschule wünschen sich viele Länder. Das Modell der künftigen Hebammenausbildung macht daneben erneut klar, dass Kooperationen zwischen den Hochschulen gut für die beteiligen Einrichtungen, aber vor allem gut für die Wissenschaftsstadt Hamburg sind. Diesem Vorbild sollen gern weitere folgen.”

Hintergrund:

Der Beruf der Hebamme ist im Wandel. Die EU hat bereits festgelegt, dass ab 2020 zwölf allgemeinbildende Schuljahre für angehende Hebammen verpflichtend sind. Der Hebammenberuf wird also auch in Deutschland akademisch. Im Bund wird zurzeit ein neues Berufsgesetz für Hebammen erarbeitet. Hier werden die Rahmenbedingungen für die Erstellung der Studienkonzepte geregelt. Auch die notwendigen Übergangsregelungen zur Überführung der berufsfachschulischen Ausbildung in die hochschulische Qualifikation werden enthalten sein. Unklar ist bislang, ob der gesamte Berufsstand akademisiert wird (Vollakademisierung) oder die berufsfachschulische Ausbildung parallel bestehen bleiben kann.

 

Wahlkampfauftakt in der AWO Habichtplatz

Sven Tode in AWO Habichtplatz 17

 

Sven Tode im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wahlkampfauftakt fand am 10.01.2015 in den Räumen des AWO Seniorentreff Barmbek – Nord, Habichtplatz 17, statt. Sven Tode und die anderen Wahlkreiskandidaten der SPD in Barmbek, Uhlenhorst, Hohenfelde und Dulsberg  nahmen sich viel Zeit, um mit den Bürgerinnen und Bürgern – bei einer Tasse Kaffee, Tee und Kuchen – ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

Sommertour mit Andreas Dressel

Der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Andreas Dressel, besuchte am Freitag, den 11.Juli unseren Wahlkreis.

Mit dabei waren die Bürgerschaftsabgeordneten Sven Tode,  Ksenija Bekeris, Sylvia Wowretzko, Wolfgang Rose, Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) sowie einige SPD-Bezirksabgeordnete.

Sven Tode: „Die Tour orientiert sich am Ansatz „Politik im Dialog“, die schon im Bürgerschaftswahlkampf sehr erfolgreich war. Bei den Gesprächen ergab sich erfreulicherweise und dank der geballten Kompetenz, manche Idee oder Lösungsvorschlag, wie sie nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden können.“

Den Auftakt bildet ein Besuch des Mütterzentrum Hohenfelde. Die erste Vorsitzende  und Kita-Koordinatorin Annika Noftz begrüßte die Gruppe und gab einen historischen Rückblick auf die Entstehung des Mütterzentrums, das bereits seit 23 Jahren in Hohenfelde beheimatet ist. Seit 1998 ist es in den Räumlichkeiten in der Ifflandstraße. Insgesamt beherbergt die Kita 30 Kinder im Krippenbereich und 36 Kinder im Elementarbereich.

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Frau Noftz zeigte sich erfreut über die Einführung der Gebührenfreiheit der Kindertagesstätten für die ersten fünf Stunden und dem freien Mittagessen für alle, das sei eine erhebliche Entlastung der Eltern. Hamburg ist damit das erste Bundesland in Deutschland, dass eine fünf stündige Betreuung mit Mittagessen ab dem ersten Lebensjahr kostenfrei anbietet.

Neben der wichtigen Gebührenfreiheit als Beitrag Hamburgs zur frühkindlichen Bildung, kündigte der Fraktionsvorsitzende Andreas Dressel eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels im Kita-Bereich anzustreben an und nahm damit eine Bitte des Mütterzentrums mit auf die Agenda der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

Die nächste Station bildete ein Rundgang  im Quartier in Friedrichsberg. Interessiert lauschte die Besuchergruppe dem engagierten Vortrag von Frank Lundberg (Sprecher des Stadtteilrats Barmbek-Süd), der zugleich durch dieses interessante Gebiet führte.

Auf dem Gelände des alten AK Eilbek (jetzt Schön Klinik Hamburg Eilbek) ist ein attraktives Wohngebiet auch für Familien, entstanden. In der ehemaligen Psychiatrie werden, auf Initiative des Bezirksamtes Hamburg Nord, 1000 m² Flächen an die Kreativgesellschaft Hamburg vermietet, die wiederum an 20 kreativ tätige Menschen weitervermittelt wird. So entsteht hier Design, Fotografie, Illustration, Film, Installation und Objektkunst. Im Erika-Mann-Bogen liegt ein Baufeld von neun Baugemeinschaften mit rund 150 Wohnungen in zehn Gebäuden. Je zur Hälfte im Eigentum und zur Miete im geförderten Wohnungsbau. Die Mietwohnungen haben die Baugenossenschaften von 1904, Hamburger Wohnen und der Bauverein der Elbgemeinden errichtet. Nachbarschaftlicher Umgang wird hier gelebt. Durch Projekte, wie das Frauenprojekt Arche Noah und die Initiative Halbe-Halbe für Menschen mit Handicap erfährt das Viertel tagtägliche Toleranz, was ihm sichtlich gut tut. Weiter ging es zum Elfriede-Lohse -Wächtler-Weg.

Die Namensgeberin war Malerin und zeitweise Patientin in der sog. “Irrenanstalt Friedrichsberg”. Sie wurde auf Schloss Sonnenstein bei Pirna ermordet. Sven Tode erinnerte daran, dass  Elfriede Lohse Wächter, Opfer des sog. Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten wurde. Ihre Zeichnungen der Mitpatienten aus Friedrichsberg geben einmalige und intensive Einblicke in den damaligen Klinikalltag.

Heute finden sich hier 150 freifinanzierte Wohnungen in 11 Gebäuden, die auf dem freien Markt vermietet werden, genauso wie 33 öffentlich geförderte Wohnungen für Einzelpersonen mit psychischen Problemen sowie 46 Sozialwohnungen im Passivhausstandard von der SAGA/GWG. Die Kindertagesstätte für 140 Kinder im Krippen- und Elementarbereich trägt zur Attraktivität des Gebietes für Familien bei.

Der Weg führte weiter zum Neubau der jetzigen Schön Klinik, ehemals AK Eilbek. Auf dem Gebiet, in Nachbarschaft zur S-Bahn, sollen insgesamt 200 neue Wohnungen entstehen. Die jetzigen Anwohner nutzten die Gelegenheit, um die Lärmbelästigung durch den S-Bahn und Güterverkehr anzusprechen. Im Gegensatz zum sonstigen Stadtteil erhält dieser Teil der Strecke – nach Aussage des Stadtteilrates – keine Lärmschutzwand. Leider unterstützt die Schön Klinik GmbH als Eigentümer die Nachfrage nach Lärmschutz nicht im Sinne der Anwohner und entbindet damit den zuständigen Bund vor Ort tätig zu werden. Dieser Umstand ist ärgerlich für ein eigentlich angenehmes Wohnumfeld und wird von den angesprochen Politikern auch mit auf die Agenda genommen.

Weiter ging die Tour zum Bauplatz des ehemaligen Torhauses.

Schließlich führte der Weg zum P 40. Mit öffentlicher Förderung wird hier ein Kulturcafé den Stadtteil bereichern. Leider hat sich dort ein typischer Nachbarschaftskonflikt entwickelt, der sogar schon vorm Oberverwaltungsgericht gelandet ist. Die Emotionen einiger Eigentümer im nahen Umfeld des P 40 wurden beim Rundgang deutlich. Der Stadtteil Barmbek-Süd benötigt dringend “alternative Treffpunkte”, deshalb wird dieses Vorhaben mit öffentlichen Geldern gefördert und ein historisches Gebäude erhalten.

Sven Tode hofft, dass die Parteien des Rechtsstreits sich gütlich einigen. Es ist wichtig für die Demokratie – auch bei scheinbar verhärteten Fronten – eine Lösung zu finden. Beide Seiten haben berechtigte Interessen, die zum Ausgleich zu bringen sind.

Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD)  wird sich dafür einsetzen die gewünschten Unterlagen zum Streitobjekt zur Verfügung zu stellen um mit größerer Transparenz einer Lösung näher zu kommen.

Schließlich endete die Reise beim SOS  – Familienzentrum Dulsberg in der  Elsässerstraße 27a. Dort begrüßte uns der Landeschef des SOS-Hilfeverbundes Herr Rebbe und der Einrichtungsleiter Herr Woywode.

Es folgte eine interessante und begeisternde Führung durch das seit dem Frühjahr offiziell eröffnete Familienzentrum. So lernten die anwesenden Politiker das Café Krümel, den Kinder Secondhandladen Klecks, Bewegungsräume und die Hausaufgabenhilfe kennen. Nachmittags können die Kinder hier Gitarre spielen oder Einrad fahren. Es gibt eine Backgruppe und Bastelangebote. Hebammenkurse oder Eltern-Kind-Gruppen.

Und immer ist auch jemand zum Reden da. Das Familienzentrum ist das jüngste Kind der SOS-Kinderdörfer und ein offenes Haus für die Menschen im Stadtteil.

DSC_0171Es gibt mehr als 500 Kinderdörfer in 133 Ländern dieser Erde. Eine SOS-Kinderdorfmutter (Ehepaar, oder Vater) lebt mit fünf bis sieben Kindern in einer SOS-Kinderdorffamilie. Weltweit werden mehr als eine Million Kinder betreut. In Deutschland gibt es 15 SOS Kinderdörfer. Hinter der Idee steht der Tiroler Hermann Gmeiner, der verlassenen und verwaisten Kindern (seit 1949) ein neues Zuhause geben wollte.Rundherum ein gelungener und informativer Nachmittag in unserem Wahlkreis, aus dem wir viele Anregungen und Aufgaben mitgenommen haben.