Beiträge mit dem Tag: Flüchtlinge

Neue Folgeunterkunft in der Averhoffstraße

 

Dr. Sven Tode (SPD) Wahlkreisabgeordneter für Barmbek, Uhlenhorst, Hohenfelde und Dulsberg war auf der Informationsveranstaltung.

Am 22. März lud das Bezirksamt Hamburg-Nord zur Informationsveranstaltung in die St. Gertrud Kirche ein.
Das Schul- und Universitätsgebäude an der Averhoffstraße soll in diesem Jahr umgebaut und zur Folgeunterkunft für 311 Flüchtlinge umgenutzt werden. Das Gebäude ist Eigentum der Stadt und dessen Umnutzung ist im Bürgervertrag festgehalten. Die Nutzung dieses Gebäudes als Folgeunterkunft ist auf zehn Jahre, mit Option auf weitere fünf Jahre, festgelegt worden. Hausherr wird fördern & wohnen sein.

Von außen werden an dem Gebäude Fenster- und Dacharbeiten durchgeführt. Innen werden in dem Gebäude Wohnungen für zwei bis sechs Personen eingerichtet. Die im 2. Obergeschoss befindliche Aula soll als Veranstaltungsraum erhalten werden. Auf den Außenanlagen wird es einen Bolz- und Spielplatz für die Kinder sowie einen Unterstand geben, um auch bei schlechtem Wetter draußen sein zu können. Insgesamt halten sich die Umbaumaßnahmen im Rahmen, so dass es nicht zu übermäßiger Lärmbelästigung kommen wird.

Von den 311 neuen Bewohnern werden ca. 15% im schulfähigen Alter sein. Die neuen Schüler werden in Schulen in der Umgebung beschult. Zuerst in internationalen Klassen, wo das primäre Ziel ist, Deutsch zu lernen, ab dem zweiten Jahr werden sie dann in andere Klassen inkludiert. Neben den Kindern im schulfähigen Alter wird es auch ca. 10% Kinder im Kita-Alter geben. Da auch Flüchtlinge einen Anspruch auf einen Kita-Gutschein haben, werden auch diese Kinder eine Möglichkeit haben, eine Kita zur besuchen. Es ist nicht vorgesehen, neue Schulen und Kitas zu errichten, vielmehr soll das bestehende Angebot ausgeweitet werden.

Die Baugenehmigung wurde beantragt und Baubeginn soll in diesem Sommer sein. Ab dem Spätsommer soll es einen runden Tisch geben, wo sich Freiwillige engagieren können. Ende 2017/Anfang 2018 soll die Folgeunterkunft eröffnet werden.

 

 

 

Rot-Grüne Initiative – Hochschulzugang für Geflüchtete erleichtern

Foto: Daniel Schwen

Foto: Daniel Schwen

Die rot-grüne Koalition setzt sich dafür ein, Geflüchteten den Hochschulzugang in Hamburg zu erleichtern. So sollen künftig auch Kriterien wie der Asylbewerberstatus bei der Zulassung zum Studium berücksichtigt werden. Eine entsprechende Initiative bringen SPD und Grüne zur Bürgerschaftssitzung am Mittwoch ein. Dazu Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: “Ein Hochschulstudium aufzunehmen und zu absolvieren kann ein wichtiger Baustein für gelungene Integration sein und den bei uns Zufluchtsuchenden eine gute Perspektive bieten. Auch die Hochschulen haben das erkannt und etwa im Rahmen von Programmen wie ‘#UHHhilft’ an der Universität Hamburg beeindruckendes Engagement gezeigt. Dieses Engagement wollen wir durch die Anpassung gesetzlicher Details unterstützen.” Dazu Carola Timm, wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: “Geflüchtete, die bei uns studieren wollen, scheitern oft an den gesetzliche Vorgaben. Viele von ihnen haben im Laufe ihrer Odyssee sämtliche Papiere und Zeugnisse verloren, so dass sie ihre bisher erworbenen Qualifikationen nicht nachweisen können. Wir wollen alternative Hochschulzugangskriterien schaffen, die es studierwilligen Geflüchteten ermöglichen, unter Umständen auch ohne Urkunde oder Zeugnis Optionen zu erhalten, um ein Studium in Hamburg aufzunehmen.” Hintergrund: Für die Zulassung zum Studium sieht das Hochschulzulassungsgesetz eine Quote von zehn Prozent für Personen vor, die EU-Bürgern rechtlich nicht gleichgestellt sind. Diese Quote ist an den Hamburger Hochschulen zum Teil nicht ausgelastet. Durch Erweiterung des Kriterienkatalogs etwa um den Asylbewerberstatus kann der Hochschulzugang auch Geflüchteten, die zwar über die Qualifikation zum Studium an einer Hochschule verfügen, aber diese aufgrund ihrer Fluchtbedingungen nur schwer nachweisen können, erleichtert werden.

Uni HamburgUni Hamburg

Orientierungshilfen für Geflüchtete weiter ausbauen – Erstinformation über Regeln und Gesetze intensivieren

Foto: Daniel Schwen

Foto: Daniel Schwen

SPD und Grüne wollen die Informationen für Flüchtlinge über Werte und Gesetze schon in den Erstaufnahmen ausbauen und verbindlicher machen. Eine entsprechende Initiative wird zur nächsten Bürgerschaft am 10. Februar eingebracht. So soll es in Hamburger Erstaufnahmen künftig die Möglichkeit geben, dass Rechtskundige kurze Unterrichtseinheiten über die Funktionsweise der verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen und Behörden anbieten. Ähnliche Projekte laufen bereits in Bayern und Rheinland-Pfalz. Außerdem sollen insbesondere auch die schriftlichen Informationen weiter systematisiert, inhaltlich weiter entwickelt und schneller allen – auch stärker mehrsprachig – zur Verfügung gestellt werden.

Kazim Abaci, flüchtlingspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: “Im Sinne eines guten Miteinanders muss den Flüchtlingen gleich bei ihrer Ankunft verstärkt die Gelegenheit gegeben werden, sich über das hier bei uns geltende Werte- und Rechtssystem zu informieren. Denn nur wer seine Rechte und Pflichten kennt und akzeptiert, kann Rechte geltend machen und Pflichten nachkommen. Begleitend zum Aufenthalt in der Erstaufnahme setzen wir auf eine umfassende und obligatorische Werte- und Normenvermittlung – in Papierform, Online, über Gespräche, Beratungen und – unter Beteiligung von Rechtskundigen – im Unterricht. Das ist allemal nachhaltiger als den Flüchtlingen bei Ankunft lediglich ein Info-Heft zum Quittieren hinzulegen wie es zum Beispiel die CDU vorschlägt.”

Antje Möller, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: “Das Ankommen in dieser Gesellschaft ist ein schwieriger Prozess. Damit er gelingt, brauchen die Geflüchteten von Beginn an unsere Unterstützung. Sie benötigen ein Grundwissen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Deshalb wollen wir in Zukunft bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen mit den Männern und Frauen noch stärker über den sozialen Umgang miteinander, die Prinzipien des Grundgesetzes und über die Rechte und Pflichten für alle informieren. Das hilft, das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen und Missverständnisse zu vermeiden. Diese Angebote ergänzen wir durch Gespräche und Informationsveranstaltungen mit Richtern und Anwaltsverbänden oder auch der Polizei, Gewerkschaften und anderen Verbänden. Gerade die lange Zeit des Wartens in den ersten Monaten wollen wir stärker nutzen, um allen Angekommenen eine Orientierungshilfe zu geben.”