Postversorgung vor Ort

In unseren Zeiten nutzen viele unter uns digitale Medien und das Telefonat, um miteinander in Kontakt zu treten. Und doch ändert sich eins nicht: Unsere wichtigsten Dokumente – und oft auch Mitteilungen, die von Herzen kommen – senden wir mit der Post. Auch Menschen, die keinen Zugang zu anderen Medien haben, müssen ein Recht auf Kommunikation haben. Deswegen habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Postversorgung flächendeckend und diskriminierungsfrei in unseren Stadtteilen ist und bleibt.

2009 schloss die Post eine Filiale in der Ifflandstraße und versprach, umgehend eine neue Filiale an der Lübecker Straße einzurichten. Auch die Filialen auf dem Dulsberg, auf der Uhlenhorst (Hofweg) und in Barmbek-Süd (Volksdorfer Straße) bangten um ihren Standort. Statt in wohnortnahe Filialen sollten Anwohner in das damals neue Einkaufszentrum Hamburger Meile gehen, um dort ihre Post aufzugeben – und das ist gerade für ältere Menschen oder Menschen mit Gehbehinderungen nicht „eben mal um die Ecke“. Die Post rückte von ihrer bürgerfeindlichen Geschäftspolitik lange Zeit nicht ab.

Immer wieder habe ich die Post und die Postbank dazu aufgefordert, statt maximaler Rendite die maximale Versorgung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Auge zu behalten. Die Versorgung der Menschen mit elementaren Postdienstleistungen darf nicht dem konzerninternen Geschacher der Post zum Opfer fallen. Denn auch im Zeitalter von E-Mail und Internet sind viele, vor allem ältere Menschen nach wie vor darauf angewiesen, eine Post in ihrer Nähe zu haben.Trotz einiger Verzögerung war mein Engagement erfolgreich. Mit Neueröffnungen reagierte die Post auf den Druck seitens der SPD und auf den großen öffentlichen Unmut: im Februar 2011 eröffnet im Tabakwarengeschäft an der Lübecker Straße 87 eine Postfiliale, im August folgte eine Filiale am Hofweg 59 und im Oktober schließlich eine Filiale in der Beethovenstraße in Barmbek-Süd.

Während der Sanierung der Fuhlsbüttler Straße 2014 wurde der Briefkasten in Höhe der Nummer 458 abgebaut. Die Beschwerden im Abgeordnetenbüro von Bürger/innen über diese Unternehmensentscheidung häuften sich, gerade Senioren vermissten ihren Briefkasten. Der Briefkasten sollte ursprünglich an diesem Standort nicht mehr aufgestellt werden. Weil ich nicht müde wurde, die Wichtigkeit des Briefkastens zu betonen, stellte die Post im April 2015 den Briefkasten wieder auf.

Ich freue mich, dass unser hartnäckiges Nachhaken erfolgreich war und die Post nun endlich wieder ihrem Service-Auftrag für die Menschen in Barmbek und Uhlenhorst nachkommt. Es ist bedauerlich, dass die Post immer wieder erst von den Bürgern und uns Politikern an ihre Pflichten im Interesse des Gemeinwohls erinnert werden muss. Das ständige Schließen und Wiedereröffnen von Filialen, die ständigen Ortswechsel sind nicht gut, denn sie verwirren die Menschen. Da sollte es in Zukunft mehr längerfristige Verlässlichkeit geben.