Mit insgesamt 10 Millionen Euro wird das Verbundprojekt „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-SIGS) gefördert (vorbehaltlich des parlamentarischen Beschlusses über den Bundeshaushalt). Mit Unterstützung der Landesregierungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen initiierten die Universitäten Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein norddeutsches Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin.

Nun hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die Förderung des Projektes ausgesprochen. Im Rahmen des Projektes sollen Hochschulen, Kliniken und Unternehmen ihre Kompetenzen im Bereich KI/Intelligente Gesundheitssysteme bündeln und ausbauen, um so gemeinsam die Modernisierung des Gesundheitssystems in Norddeutschland voranzubringen.

“Eine Investition in Gesundheitsforschung ist eine Investition in die Zukunft, besonders wenn wie hier starke Partner zusammenkommen und ihre Ressourcen bündeln. Das Verbundprojekt “KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme” ist vielversprechend und ein Gewinn für die Hamburger Wissenschaftslandschaft.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

KI-SIGS will dem mit der Digitalisierung einhergehenden Strukturwandel von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft Rechnung tragen: Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft, Medizin und Medizintechnik lässt die Anzahl an komplexen Datensätzen in allen Bereichen der Lebenswissenschaften rasant ansteigen. Diese Daten bergen großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und adaptive selbstlernende KI-Technologien. Auf dieser Basis werden im Rahmen des Projekts neun Verbundprojekte initiiert, mit Schwerpunkt auf adaptive medizinische Systeme, lernende robotische Assistenzsysteme und Smart-Living Home-Assistenten. Um diesen „KI-Space“ soll ein Ökosystem von technischen Ressourcen, Forschung und verschiedenen Stakeholdern in Norddeutschland zur (Weiter-)Entwicklung und Anwendung KI-basierter Konzepte für die Gesundheitstechnologie entstehen.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Mit dem Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz in der Medizin wollen wir Norddeutschland als Standort der Gesundheitswirtschaft stärken. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen im Bereich des Gesundheitswesens kann die medizinische Versorgung in Hamburg weiter verbessert werden. Ich gratuliere den Projektpartnern zu ihrer erfolgreichen Bewerbung!“

Weitere Informationen unter https://ki-sigs.de/

Straßenkreuzung und Brücken werden erneuert

Fast 70 Jahre liegt die Verkehrsplanung und der Brückenbau an der Hohenfelder Bucht zurück. Die Hohenfelder Bucht ist ein Verkehrsknotenpunkt östlich der Alster: Dort werden Sechslingspforte, Schwanenwik sowie Barca- und Buchtstraße zusammengeführt – über 7.000 Fahrzeuge pro Stunde, ca. 60.000 Fahrzeuge täglich nutzen diese Straßen.

Neuplanung: Ansicht von der Alster, © Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg

Am 25. September wurden nun die Pläne für den Ersatzneubau und die Umstrukturierung vorgestellt; an den Planungen wurden auch Anwohner beteiligt. Von ihnen soll nicht nur die Verkehrsführung profitieren, sondern auch die umliegenden Stadtviertel. Dazu sollen die maroden Brücken ersetzt werden; außerdem ist eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer geplant. Es soll sogar künftig eine Route für Freizeitradler direkt an der Alster und eine andere für Berufsradler geben, die schnell unterwegs sein wollen. Insgesamt soll der Verkehr an der Bucht- und Barcastraße verkehrlich entlastet werden; auch die Buslinie 6 gilt es durch einen extra Fahrstreifen zu beschleunigen. Drittens wird der Fußgängertunnel heller und offener gestaltet. Zuletzt wird eine direkte Verbindung zwischen Bucht und Außenalster geschlagen. Alle gewonnenen Flächen sollen als Aufenthaltsflächen und eine Art “Stadtbalkon” gestaltet werden.

All diese Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr umgesetzt werden; insgesamt sind 5 Jahre Bauzeit veranschlagt. Dass es in diesem Zeitraum zu Behinderungen kommen wird, ist absehbar. Ich hoffe aber auf Ihr Verständnis und Ihre Geduld für diese nötigen Umbauarbeiten. Sicher bin ich mir jedoch: Auf das Ergebnis werden wir uns freuen können, denn die neue Hohenfelder Bucht wird unser Quartier noch attraktiver machen.

Alle Informationen und Pläne finden Sie hier.

Informationen zur geänderten Verkehrsführung ab März 2020 werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Am Montag, den 23. September 2019, eröffnete nach langjähriger Umbauphase das neue Akustiklabor an der HAW Hamburg. Im etwa drei Millionen teuren Neubau am Berliner Tor wird interdisziplinär zum Thema Akustik geforscht, zum Beispiel zum Lärm durch Windenergieanlagen, E-Autos oder in Flugzeugkabinen.

Prof. Dr. Wolfgang Gleine, Leiter des Forschungs- und Transferzentrums für Technische Akustik, HAW-Präsident Prof. Dr. Micha Teuscher, Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Prof. Dr. Thomas Netzel, HAW-Vizepräsident für Forschung, Transfer und Internationales, Dr. Thomas Flower, Dekan der Fakultät Technik und Informatik (Foto: Paula Makert / HAW Hamburg)

Im neuen Akustiklabor der HAW Hamburg wird künftig zu akustischen Fragestellungen gelehrt und geforscht. Hier treffen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammen und erarbeiten neue Lösungen, die zur wettbewerblichen Stärkung an kooperierende Industriepartner transferiert werden. Den Kern des Labors bilden verschiedene akustische Messräume: ein Hallraum, sowie daran angrenzend vier reflexionsarme Räume unterschiedlicher Größe und Eigenschaften. Im Gebäude befinden sich weiterhin Büroräume, eine Werkstatt, ein Materialraum sowie ein Mess- und Auswerteraum. 

Die Akustik spielt in vielen Lebensbereichen eine besondere Rolle und ist ein Wettbewerbsfaktor bei vielen technischen Produkten: In der Unterhaltungstechnik sind die Eigenschaften der Lautsprecher wichtig. Der Wert von Musikinstrumenten wird durch ihren Klang definiert, während in der Medizintechnik der Ultraschall unverzichtbar geworden ist. Konzertsäle, Wohnhäuser und Büros werden durch bauakustische Maßnahmen ausgelegt, störender oder gesundheitsschädlicher Lärm bei Verkehrsmitteln wird durch akustische Maßnahmen deutlich gemindert. Durch fortschreitende Technik beispielsweise im Leichtbau oder bei der Elektromobilität entstehen immer neue Herausforderungen bei der Entwicklung geeigneter Lärmminderungsmaßnahmen.

„Akustik ist Kernbestandteil unseres Alltags und stellt die Forschung so vor immer neue Herausforderungen, gerade in den Bereichen Mobilität und Verkehr. Im neuen Akustiklabor werden im interdisziplinären Austausch unter anderem Konzepte zur Schallminderung für modernes energieeffizientes Fliegen gestaltet – eine zukunftsorientierte Forschung, die den Innovationsstandort Hamburg weiter stärkt und vernetzt!“, so Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

“Egal ob im Bereich Alltag, Gesundheit, Reise, Kultur oder Kommunikation – Akustik spielt in unfassbar vielen Lebensbereichen eine Rolle. Zur Lebensqualität in Metropolen gehört auch, die akustische Umgebung zu optimieren und Lärm zu vermeiden. Ich freue mich also sehr, dass im neuen Akustiklabor hochkarätige Forschung von unmittelbarer Relevanz möglich wird. Der Wissenschaftsstandort Hamburg kann nur von solchen Forschungseinrichtungen profitieren, die einerseits den wissenschaftlichen Dialog zu anderen Institutionen stärken und andererseits praxisnahe Fragen in Kooperationen mit Unternehmen und Industrie angehen.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion
Universität Hamburg
Dr. Sven Tode in der Bürgerschaft (Januar 2019)
Dr. Sven Tode in der Bürgerschaft

Die Ausbildung von Hebammen und Psychotherapeuten soll auf ein akademisches Modell umgestellt werden. Das hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag, den 26. September, beschlossen. Angehende Hebammen müssen zukünftig ein Bachelorstudium absolvieren. Psychotherapie wird zu einem eigenen Studiengang. Auch die Hamburgische Bürgerschaft hatte sich in der Vergangenheit bereits dafür stark gemacht, die Ausbildungswege für Geburtshelferinnen und -helfer zu reformieren und europäischen Richtlinien anzupassen.

 

“Die Hamburgische Bürgerschaft hat bereits im vergangenen Jahr auf Initiative von Rot-Grün darauf hingewirkt, dass die Hebammenausbildung reformiert wird. Mit dem medizinischen Fortschritt haben sich auch die Anforderungen an die Geburtshilfe verändert. Indem wir die Ausbildung in einen dualen Studiengang mit hohen Praxisanteilen überführen, stärken wir das Berufsbild und schaffen zusätzlichen Raum zur Kompetenzvermittlung. Mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und dem Universitätsklinikum Eppendorf haben sich zwei starke Partner gefunden, die diesen Studiengang im kommenden Jahr gemeinsam anbieten werden. Im laufenden Haushaltsplan haben wir die entsprechenden Gelder bereits eingeplant, um die Etablierung des Studiengangs abzusichern. Dass auch die Psychotherapie zu einem eigenen Studiengang wird, ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Gesundheitswesen. Zudem schließen wir hier eine Gerechtigkeitslücke, indem für die Ausbildungsphase im Praktikum eine Mindestvergütung festgelegt wird. Die Akademisierung wird erheblich zu einer Aufwertung der Berufsbilder beitragen.”

Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: “Die große Koalition im Bund hat wichtige Neuregelungen zur akademischen Ausbildung von Hebammen und Psychotherapeuten vorgenommen. Beides ist dringend notwendig, um die Gesundheitsberufe attraktiver zu machen und ausreichenden Nachwuchs zu qualifizieren. Ich begrüße ausdrücklich, dass jetzt auf Bundesebene die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, um den in Hamburg geplanten dualen Studiengang für die Hebammenausbildung vorzubereiten und zu konkretisieren. Das Bundesgesetz sieht vor, dass die Auszubildenden während des Studiums eine Vergütung erhalten. Das erleichtert den Weg in die Geburtshilfe und ist gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel ein nicht zu unterschätzendes Signal.”

Auf dem Gelände des Langen Jammers an der Ecke Fuhlsbüttler Straße und Hebebrandstraße erfolgte am 24. September nach längerer Planung der Spatenstich für den neuen Bürostandort für Gesellschaften der französischen Société Générale-Gruppe – darunter die Hanseatic Bank und die Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK). Hier soll bis Frühjahr 2022 eine moderne Büroimmobilie entstehen. Der neue Bürocampus wird Platz für insgesamt rund 1.700 Arbeitsplätze bieten.

Dr. Andreas Dressel

In seiner Ansprache betonte Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, dass die Vielzahl an dort entstehenden und gehaltenen Arbeitsplätzen Hoffnung für den Finanzplatz Hamburg macht. Aber die hochattraktiven Arbeitsplätze trügen nicht nur dazu bei, sondern leisteten auch einen Beitrag zur positiven Entwicklung des Stadtteils. Das Projekt stünde in Abstimmung mit der Hochbahn und der geplanten U5. Besonders hervor hob Alexander Otto, CEO ECE-Projektmanagement, dass sich das Gebäude mit seiner typischen Backsteinfassade in die gewachsene architektonische Umgebung in Barmbek einfügen soll. Von innen sollten flexible Grundrisse und modulare Gebäudestrukturen aktuellen Anforderungen genügen. Auch die Nachhaltigkeit des Gebäudes hat einen hohen Stellenwert: Planungen zufolge soll das Gebäude unter hohen Standards realisiert werden, damit es bei Fertigstellung das DGNB-Gold-Zertifikat erhält.

Die Baustelle mit den Landarbeiterhäusern im Hintergrund

Offene Frage ist für mich lange Zeit gewesen, wie die historischen Landarbeiterhäuser ins Projekt einbezogen werden sollte, die heute noch, aber ursprünglich von den finanziell besser gestellten Barmbekern gern als „Langer Jammer“ bezeichnet werden und wurden. Schließlich sind die ehemaligen Landarbeiterhäuser auf dem Gelände Ecke Fuhlsbüttler Straße/Hebebrandstraße eine architektonische Besonderheit in Barmbek: Die Wohnungen sind die letzten erhaltenen ihrer Art. Sie boten ihren früheren Mietern trotz der schlichten Ausstattung doch einige Vorteile: Im eigenen Garten konnte man Obst und Gemüse heranziehen und in geringer Zahl auch Kleintiere wie Kaninchen oder Hühner halten.

Weil ich mich seit vielen Jahren für den Erhalt der ehemaligen Landarbeiterhäuser einsetze, freue ich mich, dass der dort entstehende Bürocampus zumindest einen Riegel in das Konzept mit einbezieht, saniert und architektonisch integriert. Eine Nutzung als Kita, Caféteria oder Coworking-Space wird diskutiert. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der verbleibende Riegel der Landarbeiterhäuser auf die ein oder andere Weise der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Fest steht: Am Tag der Museen kann jeder Hamburger und jede Hamburgerin den “Langen Jammer” besuchen!