Universität Hamburg

Kürzlich hat Paolo Fusi im JOVIS Verlag ein Buch darüber herausgegeben, wie der Campus der Zukunft aussehen könnte. “Multiple Campus” erkundet, wie die Universität sich angesichts künftiger Herausforderungen entwickeln könnte und sucht nach neuen Ideen, um innovatives Forschen, Arbeiten und Wohnen zu ermöglichen. Vor der Folie weltweiter Campusstandorte erklärt der Autor Entwurfsinstrumente, analysiert den Hamburger Stadtcampus und entwirft Zukunftsszenarien.

Ich freue mich sehr auf das Buch, denn es scheint voller guter Ideen zu sein. Zwar ist mit der geplanten Science City in Bahrenfeld schon ein moderner Campus auf den Weg gebracht, aber für ist sind Ideen von großem Interesse, wie andere Standorte der Universität ebenfalls weiterentwickelt werden können.

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Weitere Informationen zu „Multiple Campus“ finden Sie unter: https://www.jovis.de/de/buecher/details/product/multiple-campus.html

Die Bergedorfer SPD-Bürgerschaft lud am 01.10.2019 unterschiedliche Experten und die lokale Bevölkerung zu einer Diskussionsrunde ein, um gemeinsam über das Thema „Windkraft und andere regenerative Energien – wohin führt der Weg?“ zu diskutieren. Mitdiskutiert haben der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann, Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter von Fraunhofer IWES und Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des CC4E der HAW Hamburg.

Dabei wurde deutlich: Der Bezirk Bergedorf leistet viel für die Hamburger Energiewende – und birgt zudem viel Potenzial in Zukunft. Für die Energiewende ist schon jetzt beispielsweise die in Bergedorf und in den Vier- und Marschlanden erzeugte Windenergie zentral. Mit den Forschungseinrichtungen des Fraunhofer IWES und der HAW Hamburg mit dem angeschlossenen Forschungswindpark Curslack hat sich mittlerweile einBergedorfer Energie-Campus am Bergedorfer Schleusengraben etabliert. Mit den Großprojekten des CC4E, wie NEW 4.0, X-Energy und das für 2020 geplante Norddeutsche Reallabor wird ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der verschiedenen Energiesektoren Hamburgs und Norddeutschlands geleistet. Um die Energieversorgung in Hamburg umweltfreundlicher und zukunftsfähig zu gestalten, soll es in Richtung Sektorkopplung und Nutzung grünen Wasserstoffs gehen. Damit die verschiedenen Institutionen noch enger kooperieren können, ist ein Demonstrationszentrum im Gespräch. Dort soll mit der Umwandlung von erneuerbar erzeugtem Strom experimentiert werden.

Die Fraktionen von SPD und Grünen setzen sich dafür ein, dass die Beantragung und Auszahlung der sogenannten HVV-Garantie vereinfacht wird. Mit der HVV-Garantie erhalten Fahrgäste eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises, wenn diese aufgrund von Verspätungen im HVV mehr als 20 Minuten zu spät an ihr Ziel kommen. Der Entschädigungsbetrag wird aktuell allerdings nur in bar gegen Vorlage der Fahrkarte und des ausgedruckten Auszahlungsbescheides an einer HVV-Servicestelle ausgezahlt. Zudem müssen die Personendaten in jedem Garantiefall neu in das Online-Formular eingetragen werden. Zukünftig sollen Entschädigungsbeträge bargeldlos ausgezahlt werden können. Das persönliche Erscheinen an einer HVV-Servicestelle und die wiederholte Eingabe von Kundendaten sollen darüber hinaus entfallen.

Das derzeitige Verfahren zur Beantragung und Auszahlung der Entschädigung ist aber noch zu umständlich: Lange Wege zur HVV-Servicestelle, Wartezeiten und wiederholt nötige Eingaben von Personendaten machen das gut gemeinte Serviceangebot gerade für Vielfahrer zu einer gewissen Strapaze. Im digitalen Zeitalter muss es möglich sein, dass Kundinnen und Kunden schnell und unkompliziert die HVV-Garantie in Anspruch nehmen können. Dafür setzen wir uns ein, damit die HVV-Garantie ihrem Namen auch wirklich gerecht wird.

Hintergrund: Mit der HVV-Garantie geht der HVV deutlich über die gesetzlichen Regelungen hinaus, die nur eine Erstattung in Höhe von 25 Prozent und erst im Fall von Verspätungen über 60 Minuten vorsehen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat heute im Rahmen der Landespressekonferenz angekündigt, die Landstromversorgung im Hamburger Hafen auszuweiten. Bis 2022 soll so flächendeckend die Möglichkeit einer alternativen Energieversorgung von Schiffen gewährleistet werden. Damit geht Hamburg ein weiteres Mal beim Klimaschutz voran.

Hamburg hat eine globale Vorreiterrolle beim Einsatz alternativer Energieversorgungssysteme am Liegeplatz. Hamburg beteiligt sich an der weiteren Finanzierung umweltfreundlicher Energiesysteme. So tragen wir erheblich dazu bei, dass die lokale Schifffahrt, ihre Luftreinhalteziele erfüllen kann. Durch den Ausbau an den Cruise Centern HafenCity und Steinwerder sowie von acht Liegeplätzen für Containerschiffe setzen wir globale Maßstäbe und behaupten auch in Zukunft Hamburgs führende Position in diesem Bereich. Auf diese Weise werden die Reedereien ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 % senken können. Es ist das Verdienst der Hamburger Politik, dass auf Bundesebene die Weichen für eine Landstromversorgung in deutschen Häfen gestellt wurden. Dazu gehören die Initiative für eine EU-weite Einführung einer Abnahmepflicht für alternative Stromversorgungsangebote und die Reduzierung von Steuern und Abgaben, um Landstrom gegenüber Bordstrom konkurrenzfähig zu machen. Zudem erleichtert die Investitionsförderung des Bundes den Bau von Landstromanlagen im gesamten Hafen – eine Maßnahme aus dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, die für Hamburg große Vorteile hat. Der Ausstoß schädlicher Treibhausgasemission kann durch Landstromversorgung mit regenerativer Energie deutlich verringert werden.

Am Dienstag und Mittwoch, den 1. und 2. Oktober, habe ich in Hannover an der Konferenz der Sprecherinnen und Sprecher für Hochschulen, Wissenschaft und Forschung der SPD-Fraktionen des Bundestages, des Abgeordnetenhauses, der Bürgerschaften und Landtage teilgenommen. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben wir über die aktuellen und zukünftigen Chancen und Herausforderungen für die Wissenschaftspolitik diskutiert.

Mir war es immer ein wichtiges Anliegen, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Planungssicherheit zu bieten. Dass also der noch laufende Hochschulpakt entfristet werden und Projekte wie der Qualitätspakt Lehre und der Pakt für Forschung und Innovation fortgeführt werden sollen, begrüße ich sehr.

Digitalisierung ist weiterhin eine Kernaufgabe der Wissenschafts- und Hochschulpolitik; auch hier befinden wir uns auf dem richtigen Weg – allerdings sollen die Initiativen auf Länderebene enger mit der Investitionsförderung des Bundes zusammengebracht werden.

Universität Hamburg

Es verkörpert wie kaum ein anderes Bild die Studentenbewegung: das Bild von Gert Hinnerk Behlmer und Detlev Albers mit dem Transparent “Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren” aus dem Jahr 1967. Jahrelang verstaubte es im Staatsarchiv in Kisten, nun wird es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Foto: Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte

Vor kurzem eröffnete das Museum, das 100 Jahre der wechselhaften und aufregenden Geschichte der Hamburger Universität veranschaulicht. Zahlreiche Exponate finden sich in zwei Räumen im ersten Stock des Hauptgebäudes (Edmund-Siemers-Allee 1). Schon vor dem Hauptgebäude finden besucher eine interaktive Stele des Medienkünstlers Frank Fietzek mit einer Klang-Collage aus 100 Jahren Universitätsgeschichte. Ein Besuch des kleinen, aber feinen Unimuseums lohnt sich – allein um herauszufinden, welche Verbindung große Namen wie Otto Stern, Klaus Störtebeker, Pink Floyd, Agathe Lasch und Alexander Gerst zu unserer Universität haben. Neben zehn Themeninseln und einem Zeitstrahl mit bisher unveröffentlichten Fotografien und Audiointerviews hat die Künstlerin Ruth Sergel eine Medienkunst-Installation namens “Immerwährende Verwandlung” zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung ist bis Jahresende dienstags bis freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags von 15 bis 19 Uhr. Ab Januar 2020 dienstags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags von 15 bis 19 Uhr. Der Zugang ist barrierefrei. Die Ausstellung ist auf Deutsch, Englisch und in Einfacher Sprache. Der Eintritt ist frei. Begleitend zur Ausstellung gibt es außerdem einen digitalen Guide.

Mit insgesamt 10 Millionen Euro wird das Verbundprojekt „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ (KI-SIGS) gefördert (vorbehaltlich des parlamentarischen Beschlusses über den Bundeshaushalt). Mit Unterstützung der Landesregierungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen initiierten die Universitäten Hamburg, Lübeck, Kiel und Bremen sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein norddeutsches Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin.

Nun hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die Förderung des Projektes ausgesprochen. Im Rahmen des Projektes sollen Hochschulen, Kliniken und Unternehmen ihre Kompetenzen im Bereich KI/Intelligente Gesundheitssysteme bündeln und ausbauen, um so gemeinsam die Modernisierung des Gesundheitssystems in Norddeutschland voranzubringen.

“Eine Investition in Gesundheitsforschung ist eine Investition in die Zukunft, besonders wenn wie hier starke Partner zusammenkommen und ihre Ressourcen bündeln. Das Verbundprojekt “KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme” ist vielversprechend und ein Gewinn für die Hamburger Wissenschaftslandschaft.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

KI-SIGS will dem mit der Digitalisierung einhergehenden Strukturwandel von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft Rechnung tragen: Die zunehmende Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft, Medizin und Medizintechnik lässt die Anzahl an komplexen Datensätzen in allen Bereichen der Lebenswissenschaften rasant ansteigen. Diese Daten bergen großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und adaptive selbstlernende KI-Technologien. Auf dieser Basis werden im Rahmen des Projekts neun Verbundprojekte initiiert, mit Schwerpunkt auf adaptive medizinische Systeme, lernende robotische Assistenzsysteme und Smart-Living Home-Assistenten. Um diesen „KI-Space“ soll ein Ökosystem von technischen Ressourcen, Forschung und verschiedenen Stakeholdern in Norddeutschland zur (Weiter-)Entwicklung und Anwendung KI-basierter Konzepte für die Gesundheitstechnologie entstehen.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Mit dem Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz in der Medizin wollen wir Norddeutschland als Standort der Gesundheitswirtschaft stärken. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen im Bereich des Gesundheitswesens kann die medizinische Versorgung in Hamburg weiter verbessert werden. Ich gratuliere den Projektpartnern zu ihrer erfolgreichen Bewerbung!“

Weitere Informationen unter https://ki-sigs.de/

Straßenkreuzung und Brücken werden erneuert

Fast 70 Jahre liegt die Verkehrsplanung und der Brückenbau an der Hohenfelder Bucht zurück. Die Hohenfelder Bucht ist ein Verkehrsknotenpunkt östlich der Alster: Dort werden Sechslingspforte, Schwanenwik sowie Barca- und Buchtstraße zusammengeführt – über 7.000 Fahrzeuge pro Stunde, ca. 60.000 Fahrzeuge täglich nutzen diese Straßen.

Neuplanung: Ansicht von der Alster, © Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg

Am 25. September wurden nun die Pläne für den Ersatzneubau und die Umstrukturierung vorgestellt; an den Planungen wurden auch Anwohner beteiligt. Von ihnen soll nicht nur die Verkehrsführung profitieren, sondern auch die umliegenden Stadtviertel. Dazu sollen die maroden Brücken ersetzt werden; außerdem ist eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer geplant. Es soll sogar künftig eine Route für Freizeitradler direkt an der Alster und eine andere für Berufsradler geben, die schnell unterwegs sein wollen. Insgesamt soll der Verkehr an der Bucht- und Barcastraße verkehrlich entlastet werden; auch die Buslinie 6 gilt es durch einen extra Fahrstreifen zu beschleunigen. Drittens wird der Fußgängertunnel heller und offener gestaltet. Zuletzt wird eine direkte Verbindung zwischen Bucht und Außenalster geschlagen. Alle gewonnenen Flächen sollen als Aufenthaltsflächen und eine Art “Stadtbalkon” gestaltet werden.

All diese Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr umgesetzt werden; insgesamt sind 5 Jahre Bauzeit veranschlagt. Dass es in diesem Zeitraum zu Behinderungen kommen wird, ist absehbar. Ich hoffe aber auf Ihr Verständnis und Ihre Geduld für diese nötigen Umbauarbeiten. Sicher bin ich mir jedoch: Auf das Ergebnis werden wir uns freuen können, denn die neue Hohenfelder Bucht wird unser Quartier noch attraktiver machen.

Alle Informationen und Pläne finden Sie hier.

Informationen zur geänderten Verkehrsführung ab März 2020 werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Am Montag, den 23. September 2019, eröffnete nach langjähriger Umbauphase das neue Akustiklabor an der HAW Hamburg. Im etwa drei Millionen teuren Neubau am Berliner Tor wird interdisziplinär zum Thema Akustik geforscht, zum Beispiel zum Lärm durch Windenergieanlagen, E-Autos oder in Flugzeugkabinen.

Prof. Dr. Wolfgang Gleine, Leiter des Forschungs- und Transferzentrums für Technische Akustik, HAW-Präsident Prof. Dr. Micha Teuscher, Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Prof. Dr. Thomas Netzel, HAW-Vizepräsident für Forschung, Transfer und Internationales, Dr. Thomas Flower, Dekan der Fakultät Technik und Informatik (Foto: Paula Makert / HAW Hamburg)

Im neuen Akustiklabor der HAW Hamburg wird künftig zu akustischen Fragestellungen gelehrt und geforscht. Hier treffen Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammen und erarbeiten neue Lösungen, die zur wettbewerblichen Stärkung an kooperierende Industriepartner transferiert werden. Den Kern des Labors bilden verschiedene akustische Messräume: ein Hallraum, sowie daran angrenzend vier reflexionsarme Räume unterschiedlicher Größe und Eigenschaften. Im Gebäude befinden sich weiterhin Büroräume, eine Werkstatt, ein Materialraum sowie ein Mess- und Auswerteraum. 

Die Akustik spielt in vielen Lebensbereichen eine besondere Rolle und ist ein Wettbewerbsfaktor bei vielen technischen Produkten: In der Unterhaltungstechnik sind die Eigenschaften der Lautsprecher wichtig. Der Wert von Musikinstrumenten wird durch ihren Klang definiert, während in der Medizintechnik der Ultraschall unverzichtbar geworden ist. Konzertsäle, Wohnhäuser und Büros werden durch bauakustische Maßnahmen ausgelegt, störender oder gesundheitsschädlicher Lärm bei Verkehrsmitteln wird durch akustische Maßnahmen deutlich gemindert. Durch fortschreitende Technik beispielsweise im Leichtbau oder bei der Elektromobilität entstehen immer neue Herausforderungen bei der Entwicklung geeigneter Lärmminderungsmaßnahmen.

„Akustik ist Kernbestandteil unseres Alltags und stellt die Forschung so vor immer neue Herausforderungen, gerade in den Bereichen Mobilität und Verkehr. Im neuen Akustiklabor werden im interdisziplinären Austausch unter anderem Konzepte zur Schallminderung für modernes energieeffizientes Fliegen gestaltet – eine zukunftsorientierte Forschung, die den Innovationsstandort Hamburg weiter stärkt und vernetzt!“, so Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

“Egal ob im Bereich Alltag, Gesundheit, Reise, Kultur oder Kommunikation – Akustik spielt in unfassbar vielen Lebensbereichen eine Rolle. Zur Lebensqualität in Metropolen gehört auch, die akustische Umgebung zu optimieren und Lärm zu vermeiden. Ich freue mich also sehr, dass im neuen Akustiklabor hochkarätige Forschung von unmittelbarer Relevanz möglich wird. Der Wissenschaftsstandort Hamburg kann nur von solchen Forschungseinrichtungen profitieren, die einerseits den wissenschaftlichen Dialog zu anderen Institutionen stärken und andererseits praxisnahe Fragen in Kooperationen mit Unternehmen und Industrie angehen.”

Dr. Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion
Universität Hamburg
Dr. Sven Tode in der Bürgerschaft (Januar 2019)
Dr. Sven Tode in der Bürgerschaft

Die Ausbildung von Hebammen und Psychotherapeuten soll auf ein akademisches Modell umgestellt werden. Das hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag, den 26. September, beschlossen. Angehende Hebammen müssen zukünftig ein Bachelorstudium absolvieren. Psychotherapie wird zu einem eigenen Studiengang. Auch die Hamburgische Bürgerschaft hatte sich in der Vergangenheit bereits dafür stark gemacht, die Ausbildungswege für Geburtshelferinnen und -helfer zu reformieren und europäischen Richtlinien anzupassen.

 

“Die Hamburgische Bürgerschaft hat bereits im vergangenen Jahr auf Initiative von Rot-Grün darauf hingewirkt, dass die Hebammenausbildung reformiert wird. Mit dem medizinischen Fortschritt haben sich auch die Anforderungen an die Geburtshilfe verändert. Indem wir die Ausbildung in einen dualen Studiengang mit hohen Praxisanteilen überführen, stärken wir das Berufsbild und schaffen zusätzlichen Raum zur Kompetenzvermittlung. Mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und dem Universitätsklinikum Eppendorf haben sich zwei starke Partner gefunden, die diesen Studiengang im kommenden Jahr gemeinsam anbieten werden. Im laufenden Haushaltsplan haben wir die entsprechenden Gelder bereits eingeplant, um die Etablierung des Studiengangs abzusichern. Dass auch die Psychotherapie zu einem eigenen Studiengang wird, ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Gesundheitswesen. Zudem schließen wir hier eine Gerechtigkeitslücke, indem für die Ausbildungsphase im Praktikum eine Mindestvergütung festgelegt wird. Die Akademisierung wird erheblich zu einer Aufwertung der Berufsbilder beitragen.”

Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: “Die große Koalition im Bund hat wichtige Neuregelungen zur akademischen Ausbildung von Hebammen und Psychotherapeuten vorgenommen. Beides ist dringend notwendig, um die Gesundheitsberufe attraktiver zu machen und ausreichenden Nachwuchs zu qualifizieren. Ich begrüße ausdrücklich, dass jetzt auf Bundesebene die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, um den in Hamburg geplanten dualen Studiengang für die Hebammenausbildung vorzubereiten und zu konkretisieren. Das Bundesgesetz sieht vor, dass die Auszubildenden während des Studiums eine Vergütung erhalten. Das erleichtert den Weg in die Geburtshilfe und ist gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel ein nicht zu unterschätzendes Signal.”