Besuch aus der Bürgerschaft in den Europa-Klassen

Text von Silvia Herzog

Anlässlich der Europa-Wochen vom 2. bis 14. Mai 2012 fanden in Hamburg zahlreiche Aktionen zu Europa statt. Grund genug, um auch in unseren Europa-Klassen, 7f und 8f, Aktionen zu starten. So machten die Schüler dieses Jahr zum Beispiel eine Passantenbefragung auf der Fuhle zu aktuellen Themen in der EU und bekamen Besuch von Dr. Sven Tode, dem Abgeordneten in der Hamburger Bürgerschaft für Barmbek, Dulsberg, Uhlenhorst und Hohenfelde.

Dr. Sven Tode brachte Europa in das Klassenzimmer. Mit viel Humor testete er zunächst den Wissensstand der Schüler zur Europäischen Union ab, diskutierte mit ihnen über aktuelle Probleme der EU, beantwortete Fragen zu Politik, seiner Person und seinem Beruf.

Schnell war eine Stunde vergangen. Sowohl Herr Dr. Tode als auch die Schüler fanden die Gespräche lebensnah und interessant. Nun wurden die Klassen ins Rathaus eingeladen, um dort eine Führung mitzumachen, die Arbeit der Bürgerschaft kennenzulernen und die Gespräche fortzusetzen.

Quelle: Helmuth-Hübener-Schule

Anlässlich der Europawoche war Sven Tode diese Woche zu Besuch an mehreren Schulen, um mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema Europa zu sprechen: Was bedeutet uns Europa generell? Welche Perspektiven hat die Europäische Union, gerade auch angesichts der aktuellen Krise? Und was bedeutet Europa konkret für uns in Hamburg?

Als Mitglied im Europaausschuss der Bürgerschaft war Sven Tode begeistert über das rege Interesse und die wache Diskussionsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler an dem Thema.

Und den Schülerinnen und Schülern selbst hat es offenbar auch gefallen. So vermerkt die Stadtteilschule Richard-Linde-Weg in Bergedorf (s. Foto) zu Sven Todes Besuch auf ihrer Homepage:

“Im Rahmen der Hamburger Europawoche besuchte uns heute der Politiker Dr. Sven Tode (Mitglied der Hamburger Bürgerschaft), um mit Schülern unserer 11. Klasse über europäische Politik zu diskutieren. Das Thema der Diskussion lautete “Subsidiarität – Wie kommt das Geld der EU nach Hamburg”. Dazu haben die Schüler zuvor Fragen ausgearbeitet und dem Politiker zukommen lassen. Herr Dr. Tode nahm sich Zeit und beantwortete ausführlich die Fragen der Schüler, bei denen es auch um lokale Projekte in Hamburg ging. Vielen Dank dafür!”

 

 

Hamburgs Partnerstadt León in Nicaragua – Interview mit Marc Buttler, Sprecher des Nicaragua-Koordinationskreises

Hamburg hat neun Partnerstädte in aller Welt: Dresden, Prag, Marseille, St. Petersburg, Chicago, León, Osaka, Shanghai und seit zwei Jahren auch Dar es Salaam. Für die inhaltliche Gestaltung dieser Partnerschaften ist neben der Senatskanzlei auch der Europaausschuss der Bürgerschaft zuständig, dem Sven Tode angehört. Deshalb wollen wir hier in loser Folge die Partnerstädte und die Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaften vorstellen. Wir beginnen mit León in Nicaragua.

León liegt im Nordwesten Nicaraguas, eines kleinen Landes in Mittelamerika zwischen den beiden Ozeanen. Obwohl sie nur gut 150.000 Einwohner hat, ist sie, nach der Hauptstadt Managua, die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und León besteht seit 1989. Da Nicaragua ein sehr armes Land ist, war sie von vornherein als Entwicklungspartnerschaft angelegt. In Hamburg werden die Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaft koordiniert von einem Koordinationskreis, in dem Vertreter der Stadt mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten. (weitere Infos zur Partnerschaft und zu León finden Sie unter www.hamburg.de/leon). Wir sprachen mit Marc Buttler, einem der Sprecher des Koordinationskreises.

Lieber Marc Buttler, wie müssen wir uns das Leben der Menschen in León vorstellen?

Buttler: Nicaragua ist ein sehr armes Land, und das gilt natürlich auch für León. Viele Menschen haben nur das nötigste zum täglichen Überleben. Doch mittlerweile sind Gesundheitsvorsorge und Bildung wieder kostenlos, wie schon in den 1980er Jahren infolge der sandinistischen Revolution, und alle Schulkinder bekommen täglich eine unentgeltliche Mahlzeit.

Was sind die besonderen Charakteristika der Stadt?

Buttler: León hat die älteste Universität Nicaraguas und gilt in auch heute als das intellektuelle Zentrum des Landes. Dementsprechend herrscht hier traditionell eine liberale politische Kultur, aber nicht liberal im deutschen parteipolitischen Sinne, sondern insofern, als dass hier der Widerstand sowohl gegen die Somoza-Diktatur, als auch gegen autoritäre Tendenzen unter den jüngeren bürgerlichen und sandinistischen Regierungen immer sehr ausgeprägt war.

Worin besteht Hamburgs Partnerschaft mit León konkret?

Buttler: Aus Hamburg wurden viele Entwicklungsprojekte unterstützt, sowohl größere wie der Neubau der Markthalle und der Berufsschule, die Ausrüstung der Feuerwehr mit in Hamburg ausrangierten Fahrzeugen und die Sanierung der Mülldeponie, aber auch viele kleinere soziale Projekte. Wichtig ist auch der Jugendaustausch, der inzwischen seit 20 Jahren besteht, und von einzelnen Schulen, der Jugendfeuerwehr und der Arbeitsgemeinschaft freier Jugendverbände getragen wird. Hier sind wir sehr froh, dass der neue SPD-Senat die Kürzungen der Zuschüsse aus CDU-Zeiten inzwischen wieder rückgängig gemacht hat.

Wo siehst Du noch Punkte, die dazukommen oder intensiviert werden sollten?

Buttler: Damit die Partnerschaft lebendig bleibt, wären mehr Begegnungsprojekte wünschenswert. Vor allem sollten mehr Menschen aus León die Möglichkeit bekommen, nach Hamburg zu kommen. Das erfordert allerdings zusätzliche Mittel, da sich die Gäste und die Einrichtungen aus León die Reisekosten in aller Regel nicht leisten können. Und der Wirtschaftsaustausch sollte intensiviert werden, um die Entwicklung der dortigen Wirtschaft stärker zu fördern.

Vielen Dank für das Gespräch!