Kulturprogramm 2020 - der Flyer zum Download

Zum Flyer: Kultuprogramm 2020

Terminübersicht:
24.10.; 15 Uhr | Besuch des Hamburger Puppentheaters und der WIESE eG – kostenlos
09.11.; 18.45 Uhr | Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Barmbeker Synagoge in der Gluckstraße – kostenlos
21.11.; 15 Uhr | Besuch der Ausstellung Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand im Museum der Arbeit  – Kosten 8 €
12.12.; 13.30 Uhr | Weihnachtsfahrt nach Lüneburg. Rathausführung und Weihnachtsmarktbesuch – kosten 13 €
Anmeldungen, unter Angabe Ihrer Kontaktdaten, an kontakt@sven-tode.de


Das Kulturprogramm 2020 - DIE AUFTAKTVERANSTALTUNG

Ich freu mich sehr, dass mein Team und ich Ihnen in diesem Jahr nun doch ein Kulturprogramm anbieten können. Zum Auftakt besuchen wir am 24. Oktober zwei Barmbeker Kultureinrichtungen. Wir werden Das Hamburger Puppentheater und die Wiese e.G. besichtigen.

Im Herzen Barmbeks werden in beiden Institutionen zurzeit zukunftsweisende Projekte umgesetzt. Das Puppentheater im Haus Flachsland wird zur Barrierefreiheit umgebaut und am Wiesendamm 24 entsteht Hamburgs modernstes Probenzentrum für Künstler*innen aus den verschiedensten Genres. 

Zusammen mit  Alexander Pinto, Geschäftsführer des Puppentheaters, und Andreas Lübbers, Initiators der Wiese e.G. wird es an diesem Nachmittag zwei exklusive Führungen geben. Der perfekte Rahmen um gemeinschaftlich in einen Dialog über die kommenden Herausforderungen und Mut machenden Perspektiven für die Kulturlandschaft des Bezirks zu treten. Restplätze sind noch verfügbar.

Coronabedingt ist eine Anmeldung nötig. Diese kann, mit Angabe der Anschrift und Telefonnummer, per Mail an kontakt@sven-tode.de erfolgen. Die geltenden Coronaregeln und Hygyenekonzepte sind einzuhalten.

Wann: 24. Oktober 2020 | 15 Uhr
Was: Besuch Wiese E.G und Hamburger Puppentheater
Wo: Treffpunkt um 14.50 Uhr am Hamburger Puppentheater(Bramfelder Straße 9) – Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung
Kosten: Eintritt freis

Impressionen

Aus dem Kulturprogramm

Anfang Dezember 2019 habe ich mit einer Besuchergruppe aus meinem Wahlkreis auf den Weg nach Lübeck gemacht, um dort das Willy-Brandt-Haus zu besuchen. Das Willy-Brandt-Haus zeigt spannende Dokumente der Zeitgeschichte und persönliche Einblicke in das bewegte Leben des ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlers.Die Ausstellung beginnt mit persönlichen Fotos und Anekdoten aus den ersten Lebensjahren und der Schulzeit des jungen Herbert Frahms. Wir erfuhren, wie Herbert Frahm den „Kampfnamen“ Willy Brandt annahm und wie er sich im norwegischen Exil während der NS-Zeit zurechtfand. Sein politischesWirken als Berliner Bürgermeister und als erster sozialdemokratischer Bundes-kanzler (1969 bis 1974)zeigt die Ausstellung nicht nur durch Fotografien, sondern auch durch Tondokumente und Medienberichte.Sein En-gagement für Frieden sind beispiellos und beeindruckten auch unsere Besuchergruppe.

Am 8. Oktober 2019 war ich mit einer Besuchergruppe aus meinem Wahlkreis in der Ausstellung zum 100. Geburtstag von Loki Schmidt. Die Kuratorin der Ausstellung, Frau Dr. Hinze, führte uns durch die Ausstellung. Gemeinsam begaben wir uns auf eine chronologische Reise durch ihr Leben bzw. Wirken als Botanikerin. Wir erfuhren, wie Loki hinter ihrem Elternhaus auf einer Wiese erste pflanzliche Erkundungen machte und sich von Kindesbeinen an für Pflanzen und Biologie begeistern konnte. Aus ökonomischen Gründen war es Loki nicht möglich, Botanik zu studieren, aber auch als Grundschullehrerin regte sie ihre Schüler an, ein Herbarium zu führen. Später – als Kanzlergattin – empfand sie große Dankbarkeit und sah es als besonderes Privileg, botanische Studien- und Forschungsreisen unternehmen zu können. Ein Highlight der Ausstellungen war für viele der Besucherinnen – und auch mich – ein Blick in Lokis private Erinnerungskisten und Tagebücher, die sie zu jeder Forschungsreise angelegt und gesammelt hat.Aber auch heimische Biotope interessierten Loki: Sie kaufte in den 1970er Jahren einen ehemaligen Acker am Brahmsee und wagte das Experiment, die Fläche sich selbst zu überlassen und deren Entwicklung zu beobachten. Daraus wurde gewissermaßen Lokis „Urwald“. Bis heute wirkt Loki Schmidts Forschergeist nach: Die Loki-Schmidt-Stiftung engagiertsich für den Erhalt seltener Pflanzen und Tiere. Mit der Aktion „Blume des Jahres“ macht sie seit 40 Jahrenauf gefährdete Pflanzen und ihre Lebensräume aufmerksam.Die aktuelle Blume des Jahres, der Fieberklee, mahnt uns, Moore zu schützen und renaturieren. Begeistert hat mich an der Ausstellung und der Führung, wie auf so kleinem Ausstellungsraum ein so spannendes und facettenreiches Leben eindrucksvoll dargestellt wird. Sollten Sie die Möglichkeit haben, die als Wanderausstellung konzipierte Ausstellung Loki 100 im Fischbeker Heidehauszu sehen, nutzen Sie sie!

Bei der jüdischen Gemeinde in Hamburg waren wir Ende Februar mit rund 35 interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu Gast. Wir besuchten die Synagoge in der Hohen Weide 34 und kamen mit dem Landesrabbiner, Herrn Shlomo Bistritzky, ins Gespräch: Dank Bistritzkys Erzählungen über seine Arbeit in der Gemeinde, die rund 3.500 Mitglieder hat, erhielten wir einen persönlichen und spannenden Einblick in das jüdische Leben und den jüdischen Alltag. Bei einem Rundgang erläuterte Bistritzky die Ausübung des jüdischen Glaubens. Mit viel Interesse wurden die Thorarollen wahrgenommen: Jede Rolle ist ein handgeschriebenes Pergament mit dem unpunktierten Text der fünf Bücher Moses. Jede Woche wird drei Mal aus der Thora gelesen, sodass nach einem Jahr eine Rolle vollständig gelesen wurde. Bei dem anregenden Besuch konnten sich die Besucher und Besucherinnen ein lebhafteres Bild modernen jüdischen Lebens machen.

 Im Rahmen meines Kulturprogramms 2019 habe ich mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen einen Rundgang über die Lange Nacht der Konsulate gemacht. Unsere “Weltreise zu Fuß” führte uns nach Argentinien, Belgien, Bolivien und Honduras; einen kleinen Abstecher nach Portugal, Südkorea und Griechenland konnten wir ebenfalls machen. Die große Gastfreundlichkeit war in allen Konsulaten zu spüren: Nicht nur für interessante Informationen rund um Land und Leute sorgten die jeweiligen Konsulate, sondern auch für das leibliche Wohl aller Besucher. Im südkoreanischen Konsulat hatte ich sogar die Gelegenheit, eine traditionelle Tracht anzuprobieren. Ein großes Dankeschön an die Konsulate und ihre engagierten Mitarbeiter – und ein Dankeschön an die Gruppe des Kulturprogramms für den informativen und spaßigen gemeinsamen Abend!

Am 22. März besuchte ich mit Bürgerinnen und Bürgern aus seinem Wahlkreis die Fotoausstellung „100 Jahre in 100 Bildern“ im Helmut Schmidt Forum. Spannend war für uns alle, den persönlichen und politischen Lebensweg von Helmut Schmidt nachvollziehen zu können. Deshalb beginnt die Ausstellung mit Fotos aus seiner Kindheit in Barmbek, dann folgt die Schulzeit an der Lichtwarkschule und seine frühe Freundschaft zu seiner späteren Ehefrau Loki.

 

Die prägende Zeit des zweiten Weltkrieges und die persönlichen Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus führten schließlich zum Eintritt in die SPD. All dieses wurde uns sehr anschaulich vom Kurator der Ausstellung vermittelt. Die politische Karriere von Helmut Schmidt in der frühen Bundesrepublik als Barmbeker SPD-Abgeordneter, Innensenator, Bundesminister für Verteidigung und Finanzen in Bonn und als Bundeskanzler konnten wir anhand der Bilder gut nachvollziehen. Ebenso wird vermittelt, dass Helmut Schmidt nicht nur ein guter Politiker, sondern auch ein Künstler am Klavier, der politischen Rede und des Schreibens war, wie er später als Buchautor und Zeit Herausgeber eindrucksvoll bewies. Internationalität und politische Vernetzung in der gesamten Welt, machten ihn zu einen gefragten und geschätzten Ratgeber, der schließlich seinen legendären Ruf als „Elder Statesman“ begründete und dieses parteiübergreifend.

Der erste Ausflug des  Kulturprogramms 2018 ging in das Thalia Theater. Geführt vom Verwaltungsdirektor Herrn Köster konnten wir so einiges sehen und bestaunen. Spannende Technik, große Werkstätten und die Sammlung der Perücken sind nur einige nennenswerte Dinge, die wir hautnah erleben durften.

Am 19. März ging es in die Ausstellung Karl Marx „Das Kapital“ im Museum der Arbeit. Gemeinsam mit dem Kurator, Mario Bäumer, haben wir uns die Ausstellung angeschaut und im Anschluss ein sehr interessantes Gespräch geführt. Der Kurator der Ausstellung, Mario Bäumer, hat uns erzählt, was ihm bei der Planung der Ausstellung wichtig war. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum. Ziel der Ausstellung sei es, zum Nachdenken darüber anzuregen, wie wichtig dieser umkämpfte Klassikers noch heute ist. Wer noch nicht da war: Die Ausstellung wurde bis zum 5. Mai verlängert. Hingehen lohnt sich. Marx kam es darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Deshalb fragt die Ausstellung auch danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Führt der Kapitalismus zu Freiheit und Wohlstand? Oder zu Ausbeutung, Unterdrückung und Krisen?

Am 7. Mai 2018 war ich mit einer Gruppe von 30 Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen meines Kulturprogramms bei Gruner + Jahr. Wir haben Einblicke in den sich stark verändernden Medienmarkt erhalten und konnten die World Presse Fotoausstellung besuchen. Dank an Herrn Kruse für die kenntnisreiche Führung!

Im Rahmen meines Kulturprogramms war ich am 31. August mit Bürgerinnen und Bürgern in Schwerin: Landtagsführung, Schlossbesichtigung und Gespräch mit dem Abgeordneten Jochen Schulte, der uns sehr kenntnisreich durch die Räume führte.

Im Rahmen meines Kulturprogrammes haben wir gestern den Hamburger Airport besichtigt. Bevor es im Bus aufs Rollfeld ging, konnten wir einen abwechslungsreichen und spannenden Vortrag zu Geschichte und Arbeitsalltag des Flughafens genießen. Allen Teilnehmern hat dabei wohl ganz besonders die deutschlandweit einzigartige Modell-Nachbildung gefallen. Der Flughafen Hamburg ist nicht nur der wichtigste Wirtschaftsstandort der Stadt nach dem “nassen” Hafen, sondern auch ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz: Bereits jetzt werden hier viele Fahrzeuge und Geräte mit umweltschonenden Antrieben ausgestattet, und bis 2020 sollen mindestens die Hälfte alternative Antriebe nutzen.
An dieser Stelle möchte ich mich beim Leiter des Umweltbereichs des Airports, Axel Schmidt, für die tolle Führung, sein Engagement für den Umweltschutz und den netten Snack im Anschluss an die Führung bedanken!

Am 23. November 2018 besuchte Dr. Sven Tode mit einer Gruppe interessierter Kulturgänger/innen, aus seinem Wahlkreis, die Ausstellung „Revolution! Revolution? Hamburg 1918/19“ im Museum für Hamburgische Geschichte. Der besondere Höhepunkt war, dass der Kurator der Ausstellung – Herr Dr. Ortwin Pelz – es sich nicht nehmen ließ, persönlich die Gruppe zu führen. Seine sachkundige Führung begeisterte alle Teilnehmer.

Hintergründe der weitestgehend unblutigen Revolution in Hamburg, die den Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik einleitete, wurde uns anschaulich und sehr interessant präsentiert. Als Folge der Revolution wurden z.B. Betriebsräte, Personalräte, Elternräte, Schülerräte und Tarifverträge geschaffen. Von diesen sozialen Errungenschaften profitieren wir noch heute. Ebenfalls stammt die Hamburgische Verfassung aus dem Jahre 1920.

Mit 20 Bürgerinnen und Bürgern Mittwoch in Kiel gewesen, zunächst im Landtag mit einem tollen Empfang vom schleswig-holsteinischen Kollegen Martin Habersaat, dann gemeinsames Essen. Weihnachtsmarkt fiel leider etwas ins Wasser. Sehr nett, dass wir vom Landtagspräsidenten als Zuhörer auf der Tribüne begrüßt wurden. Und als Extra gab es Paternoster-Fahren für alle, die sich trauten.

Am 12. Oktober 2017 haben wir mit einer Besuchergruppe eine Führung und interessante Einblicke in die tägliche Arbeit des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP) auf dem Hamburger Dulsberg erhalten können. Der Olympiastützpunkt beheimatet über 350 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler olympischer und paralympischer Sportarten, welche sich für die Teilnahme an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften und anderen internationalen Wettkämpfen im Leistungszentrum vorbereiten können.

Das OSP-Team setzt sich zusammen aus Trainingswissenschaftler/Innen, Laufbahnberater/Innen, den Trainern und der Verwaltung. Durch die gemeinsame Arbeit von Trainern, Trainingswissenschaftlern und Betreuern werden die bestmöglichen Rahmenbedingungen geschaffen, um die Kaderathletinnen- und Athleten für Wettkämpfe und Turniere konkurrenzfähig zu machen.

Durch die Kooperation und die Zusammenarbeit mit der Eliteschule des Sports, der Stadtteilschule Alter Teichweg, trainieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene täglich am Stützpunkt. Der Erfolg spricht für sich. Im letzten Jahr haben bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Laura Ludwig und Kira Walkenhorst die Goldmedaille im Beachvolleyball gewonnen. Vorbereitet haben sie sich im Olympiastützpunkt auf dem Dulsberg.

Am 5. September erlebten wir eine sehr interessante Führung durch das Zoologische Museum des CeNak mit Genossinnen und Genossen aus meinem Wahlkreis und dem meines Kollegen Tim Stoberock. Besonders hervorgehoben wurde die Artenvielfalt, in welche der Mensch immer mehr eingreift und für die er deshalb eine besondere Verantwortung übernehmen muss.

Nach der Führung saßen wir im Hadley’s bei Kaffee und Kuchen zusammen und tauschten uns unter anderem über Wissenschaft und bessere Bildungsmöglichkeiten aus. Ein weiteres Thema war das angestrebte Naturkundemuseum “Evolutioneum” aus, welches in Hamburg entstehen und die Artenvielfalt an einem zentralen Ort ausstellen und erforschen soll. Hier könnten die Exponate des Zoologischen, Mineralogischen und Geologisch-paläontologischen Museums zusammengeführt werden.

Heute bin ich mit einer Gruppe aus dem Wahlkreis beim Internationalen Seegerichtshof an der Elbchaussee gewesen. Der Gerichtshof ist zuständig für alle Streitigkeiten über Anwendung und Auslegung des UN-Seerechtsübereinkommens. 167 Länder plus die EU haben das Abkommen unterzeichnet. 21 Richter und Richterinnen aus allen Regionen weltweit sprechen Recht. Wenn Schiffe festgehalten werden, weil sie z.b. illegal gefischt haben sollen, kann der Gerichtshof angerufen werden. Aber es geht auch um Themen wie den Meeresschutz, weil immer mehr Länder den Meeresboden ausbeuten wollen. Noch steckt der Meeresbodenbergbau (u.a. Mineralien) im Forschungsstadium, aber das Thema wird in den nächsten Jahren immer akuter werden. Tolle Führung, viel erfahren. Die Anhörungen und Prozesse können übrigens live im Internet angesehen werden unter www.itlos.org.

Ein Stück jüdischer Geschichte Hamburgs erlebten wir in der „Gedenkstätte israelitische Töchterschule“, die wir am 19. Februar im Rahmen unseres Kulturprogramms besuchten. Die Schule in der Karolinenstraße 35 wurde 1884 als Armenschule für jüdische Mädchen eingerichtet; noch bis 1942 wurden hier jüdische Kinder unterrichtet. Eindrucksvoll stellt die Ausstellung den von Flucht, Vertreibung und Deportation geprägten Alltag junger Mädchen dar. So zeigen Fotos Kinder bei einer Schulaufführung: sie stellen die Tiere des Waldes dar, die von einer bösartigen Kröte vertrieben werden. Am Schluss singen die Kinder: „Wir wandern aus, wir wandern aus“. Mit dieser Aufführung möchte ein Lehrerin ihre Schülerinnen bereits 1933 auf eine Flucht vorbereiten und ihnen dafür Mut machen. Dass die Flucht indes auch nach dem Verlassen Deutschlands noch scheitern konnte, wird exemparisch an der Geschichte der „St. Louis“ gezeigt, einem Flüchtlingsschiff, dass nirgends eine Anlegeerlaubnis erhielt und schließlich nach Europa zurückkehren musste.
Auch die Berichte ehemaliger Schülerinnen, die nach dem Krieg an den Ort ihrer Ausbildung zurückgekehrt sind, finden in der Ausstellung Raum. Besonders beeindruckend die Aufschrift an der Tafel im noch erhaltenen Naturkunderaum, mit der eine ehemalige Schülerin ihren Besuch dokumentiert hat: „Ich kam, um den Ort nach 60 Jahren zu sehen. Ich habe hier 10 Jahre gelernt. Dr. Bamberger lehrte mich Naturwissenschaften in diesem Raum. Es blieben diesselben Gegenstände, dieselbe Ausrüstung und ich sehe meinen Lehrer, als ob die Zeit stillgestanden wäre.“

Im Rahmen des Kulturprogrammes besuchten wir mit einer Gruppe Interessierter aus dem Wahlkreis am 27. Februar das Ohnsorg Theater am Hamburger Hauptbahnhof. Herr Seeler, seit fast zwanzig Jahren Intendant im plattdütschen Haus, bot einen Einblick hinter die Kulissen und erklärte mit Witz und Anekdote die Entwicklung eines Stückes vom „Textbuch bis auf die Bühne“. Zudem lernten wir genaueres über die Geschichte der deutschlandweit bekannten Bühne, die einst von Heidi Kabel, Henry Vahl und weiteren Schauspielergrößen bespielt wurde. Schon bei der Gründung des Theaters vor dem ersten Weltkrieg wollte man die plattdeutsche Sprache fördern. Obwohl im Zuge der Professionalisierung mittlerweile Schauspieler aus ganz Deutschland die Bühnen füllen, ist sich das norddeutsche Theater diesem Ziel treu geblieben und unterstützt Schauspieler beim Erlernen des Plattdeutschen.

Für Kinder bietet das Ohnsorg ebenfalls ein umfangreiches Programm und führt den Nachwuchs spielerisch an Platt heran. Stücke wie „Oma wird tüdelich im Kopp“ begeistern auf der Studiobühne im Obergeschoss. Besonders beeindruckend war für uns Aufwand und Techniken, mit denen Kostüme und Bühnenbilder erstellt werden. Unter Zeitdruck werden hinter der Bühne kontinuierlich neue Requisiten, Kleidungsstücke und vieles mehr erarbeitet. Nach der Führung durch das Ohnsorg Theater, die uns interessante Eindrücke und neue Kenntnisse über die Hintergründe eines plattdütschen Stückes bescherte, saßen wir noch in gemütlicher Runde beim benachbarten Restaurant „ Schifferbörse“ und aßen unter regem Austausch gemeinsam zu Mittag.

Am 23. Januar 2015 bot ich im Rahmen seines Kulturprogrammes die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Ernst-Deutsch-Theaters zu blicken. Der Termin war schnell ausgebucht und es hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Seit 1964 ist das Ernst-Deutsch-Theater eine feste Institution auf der Uhlenhorst. Damals zog das 1951 gegründete Theater in die Räume des ehemaligen Kinos an der Mundsburg. Heute ist das Ernst-Deutsch-Theater das größte Privattheater Deutschlands. Das Theater versteht sich als Forum für engagierte und kritische Kunst und bietet unter der Leitung von Isabella Vertes-Schütter auch jungen Nachwuchsschauspielern eine Bühne.

Im Rahmen seines Kulturprogrammes “Hamburg neu entdecken” habe ich mit einer Gruppe von Gästen am 3. April die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Fuhlsbüttel besucht. Die Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen Eingangsgebäude, dem “Torhaus”.


Bei der Führung durch die Gedenkstätte ging es vor allem um die  zahlreichen Facetten des Hamburger Widerstands sowie der verschiedenen Verfolgtengruppen , die in der Ausstellung in vielen Einzelbiografien dargestellt werden.
Außerdem wurde die Zusammenarbeit verschiedener Behörden bei der Errichtung und Verwaltung dieses zentralen Ortes nationalsozialistischer Verfolgung erklärt.

Wir alle waren bewegt von den dargestellten Schicksalen. Der außerordentliche Mut, den die damaligen Widerstandskämpfer auch in Hamburg bewiesen haben, ist für uns heute Ansporn und Verpflichtung, Demokratie und Menschenrechte gegen jede Bedrohung von rechtsaußen entschieden zu verteidigen.

Stadtentwicklung einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollten 15 Personen, die sich am 13. Mai vor dem Eingangsportal des Johanneums in der Maria-Louisen-Straße einfanden. Mit dem Fahrrad erkundeten wir elf Schulen in Barmbek und Umgebung. Schulen, die in den Jahren 1909 bis 1930 von Fritz Schumacher entworfen wurden und in besonderer Weise von der Entwicklung dieser neu entstehenden Hamburger Stadtteile zeugen.

Das Johanneum, mit dessen Bau im Jahre 1912 begonnen wurde, zeugt noch von einer frühen Schaffensphase Fritz Schumachers. Insbesondere ist dies am monumentalen Eingangsbereich zu erkennen, den spätere Gebäude Schumachers nicht mehr aufweisen. 1914 erfolgte der Umzug der bereits 1529 gegründeten Gelehrtenschule vom Speersort nach Winterhude. Hamburg war in den vorherigen 50 Jahren rasant gewachsen und die Familien, deren Kinder bevorzugt das Johanneum besuchten, lebten nun im nördlichen Alsterbereich. Vom Johanneum geht es zur nahegelegenen Lichtwarkschule (heute Heinrich-Hertz Schule) am Stadtpark. Die Schule wurde sowohl architektonisch als auch vom pädagogischen Konzept her bewusst als Gegenentwurf zum nahegelegenen Johanneum konzipiert, naturwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Fachräume und ein offener Eingang wie eine Stadtteilaula mit Hans-Henny-Jahnn-Orgel sprechen eine deutliche Sprache. Hier sind auch Helmut und Loki Schmidt aus Barmbek zur Schule gegangen, hier haben sie sich kennengelernt.

Vom Stadtpark geht es nach einem kleinen Abstecher zur Stadtteilschule Winterhude in der Meerweinstraße – wo uns neben der Schumacher-Architektur vor allem der Eisenbahnwaggon beeindruckt, der an Verfolgung und Deportation erinnert – nach Barmbek-Nord. Hier entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein völlig neuer Stadtteil, dessen Konzeption auch auf Schumacher zurückzuführen ist. Dass das Viertel eine gänzliche andere Bevölkerungszusammensetzung hatte als das westliche Winterhude, ist unschwer auch daran zu erkennen, dass wir hier keine höheren Schulen vorfinden. Stattdessen gibt es hier eine Reihe ehemaliger Volksschulen. Besonders beeindruckend ist die Schule Genslerstraße: ein eingerückter Eckbau (Schulhof nicht im geräuschempfindlichen Hinterhof) mit imposantem Walmdach.

An der Gensslerstraße fielen uns ebenso wie an der Fraenkelstraße die getrennten Eingänge für Mädchen und Jungen ins Auge. Die Schulgebäude waren in gesonderte Bereiche für Mädchen und Jungen aufgeteilt. Doch Schumacher hat das Ende der Koedukation vorausgesehen und die Gebäude so konzipiert, dass die Geschlechtertrennung durch einfache bauliche Maßnahmen abgeschafft werden konnte. Insbesondere an der Schule Fraenckelstraße wird dies deutlich. Hier gibt es wie an anderen Schulen zwei Flügel – doch diese dienten nicht der Trennung der Geschlechter. Vielmehr war ein Gebäudeflügel dem allgemeinen Unterricht vorbehalten, während im zweiten Gebäudeflügel die Räume für den Fachunterricht untergebracht waren. Beide Gebäudeflügel wurden von Mädchen wie Jungen gleichermaßen benutzt, gleichwohl die Kinder nach Geschlechtern getrennt unterrichtet wurden. An den beiden höheren Schulen in Winterhude gab es diese getrennten Eingänge übrigens nicht – die Lichtwarkschule war ein Pionier der Koedukation und hatte die Geschlechtertrennung bereits in der Weimarer Republik abgeschafft. Das Johanneum dagegen blieb lange nur männlichen Schülern vorbehalten – und öffnete erst 1977 seine Pforten für Mädchen.

 

Von der Fraenkelstraße aus lassen wir die Schule am Tieloh aus Zeitgründen rechts liegen und fahren nach der sehr klar strukturierten Schule Lämmersieth auf den Dulsberg, wo unser Weg uns zunächst zur Schule Alter Teichweg führt. Anschließend fahren wir zur Emil-Krause-Oberstufe. Das imposante Gebäude am Eingang zum Dulsberg hat lange Jahre ein Aufbaugymnasium beherbergt. Heute bildet die Schule gemeinsam mit der Schule Fraenkelstraße und der Schule am Tieloh die Stadtteilschule Barmbek.

Anschließend geht es weiter nach Barmbek-Süd. Dort gibt es nur wenige Schulgebäude Fritz Schumachers. Denn während Barmbek-Nord und der Dulsberg erst im frühen 20. Jahrhundert entstanden und daher maßgeblich auf der Stadtplanung Fritz Schumachers beruhen, wuchs Barmbek-Süd bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vom Dorf zu einem dichtbesiedelten Arbeiterviertel heran. Als Schumacher nach Hamburg berufen wurde, war dieser Stadtteil bereits stark verdichtet und mit Schulen versorgt; heute noch vorhandene Schulgebäude finden sich zum Beispiel in der Schleidenstrasse (heute ist hier das Arbeitsgericht), im Imstedt 18 (lange Zeit Sitz des Denkmalschutzamtes) sowie in der Humboldtstraße 89, das heute noch als Schulgebäude dient. Doch auch in Barmbek-Süd hat Schumacher Spuren seines Wirkens hinterlassen. So zum Beispiel mit der Beruflichen Schule Uferstraße, die ursprünglich als „Berufsschule für das weibliche Geschlecht“ konzipiert war und durch eine Vielzahl von hauswirtschaftlichen Fachräumen und „Kunst am Bau“ geprägt war.

Nach der im Krieg wohl einzig vollständig zerstörten Schumacher-Schule, der Realschule Uferstraße (nur die Turnhalle ist heute noch vorhanden und wird von der benachbarten Berufsschule genutzt) schließt sich einige hundert Meter weiter, an der Hochschule für Bildende Künste, der Kreis: wir sind wieder an einem Gebäude aus der frühen Schaffensphase Fritz Schumachers angekommen. Nach drei informativen Stunden, in denen wir viel Neues und Informatives über die frühe Entwicklung unserer Stadtteile erfahren haben, endet unsere Tour hier. Bei Kaffee und Kuchen in einem nahegelegenen Café lassen wir den Sonntagnachmittag gemütlich ausklingen und tauschen uns über die vielen neu gewonnenen Eindrücke aus.