Zusammenfassung

Dr. Sven Tode zum XFEL-Laser (12. Oktober 2016)

„Meine Damen und Herren! In der Tat ist es sehr schwierig, zum Alltag zurückzukehren, nachdem wir eine sehr engagierte, eine herzliche Frau verloren haben, die bei uns im Senat viele Sachen so auf den Weg gebracht hat, dass wir sie wahrscheinlich jetzt abschließend Garnichts genügend würdigen können. Ich darf auch für meine Fraktion der Präsidentin danken für die Worte, die sie gefunden hat. Wir sind doch alle noch, glaube ich, sehr geschockt, und nicht nur ich glaube, ich habe eine Freundin verloren, viel zu früh, in einer Situation, in der wir alle gehofft haben, dass der Kampf von Barbara Kisseler dazu führt, dass sie uns noch lange erhalten geblieben wäre. Natürlich sind unsere Gedanken bei ihrer Familie und bei den vielen Freunden, nicht nur denen, die sie hier in Hamburg hat, sondern die sie überall im gesamten Kunstbetrieb der Bundesrepublik Deutschland hat. (Beifall bei allen Fraktionen)
Frau Blömeke hat es schon gesagt, ich bin sicher, dass auch Barbara Kisseler dieses hervorragende Werk anerkannt hätte, das wir jetzt vor Augen haben, das vielleicht nicht so leuchtet wie die Elbphilharmonie, weil es doch verbuddelt ist, aber dennoch einen großen Quantensprung für uns, für die Wissenschaft bedeutet, für Europa, aber auch für den Wissenschaftsstandort Hamburg. Und lassen Sie mich das sehr deutlich sagen, dies ist ein Projekt, das parteiübergreifend einen positiven Effekt für Hamburg hat. Es wurde 2005 auf den Weg gebracht mit den Stimmen aller Fraktionen dieses Parlaments, und es ist ein wichtiger Aspekt für alle. Ich glaube, wir sollten festhalten, dass das ein Bereich ist, wo wir uns alle darüber freuen können, wo wir uns also nicht in einem parteipolitischen Klein-Klein verhaken sollten, sondern wo wir sagen sollten, alle haben wir unseren Anteildaran, dass hier ein Quantensprung für die Physikgemacht worden ist, ein Quantensprung für die Wissenschaft. Insofern hoffe ich, dass wir hier einmal eine Gemeinsamkeit haben in der Wissenschaftspolitik, die wir eigentlich so oft haben könnten, wenn wir sie nur wollten. Zunächst ist natürlich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des DESY ausgesprochen zu danken, denn man muss sich vorstellen, bei einer Bauphase, die 2005 mit der Planung angefangen hat und bis heute abgeschlossen wird, haben wir kaum Bürgerbeschwerden gehört, sondern im Gegenteil, wir haben gemerkt, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von DESY und Herr Doschals Vorsitzender von DESY selbst zu Bürgerinnen und Bürgern gegangen sind und ihnen die Angst genommen haben, was denn passiert, wenn da all diese Atome unter ihrem Haus durchflutschen. Auch diese Strukturen sind sehr positiv, glaube ich, und man sollte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von DESY und all denen, die dieses Projekt gefördert haben, erst noch einmal seinen Dank aussprechen. Und, Frau Blömeke hat es schon erwähnt, es ist ein XFEL der gemeinnützigen Forschungsinstitutionen, das von elf europäischen Staaten, vom Bund, Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen getragen wird. Das zeigt, dass es eine europäische Wissenschaftsgemeinschaft gibt, und zwar auch über die Europäische Union hinaus, denn den zweitgrößten Anteil dieses Forschungsprojekts finanziert die Russische Föderation immerhin mit 27 Prozent mit, und das sind ungefähr über 400 Millionen Euro. Auch das ist sicherlich eine Sache, die kaum hoch genug zu werten sein kann in Zeiten, in denen wir teilweise in anderen Bereichen Konflikte haben. Hier sieht man, Wissenschaft ist international, Wissenschaft ist global, und es ist wissenschaftsübergreifend. Die neue Forschungsanlage erweitert den Wissenschaftsstandort Hamburg um eine weitere Einrichtung mit internationaler Strahlkraft und der Aussicht auf Spitzenforschung. Mit dem europäischen XFEL wird in Hamburg Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Das Projekt mit seinen insgesamt elf europäischen Partnerländern reiht sich nahtlos in die hochkarätigen Wissenschaftsinstitutionen unserer Stadt ein. Damit festigt Hamburg seine Position in der internationalen Wissenschaftslandschaft und nachhaltig auch als Schauplatz europäischer Wissenschaftskooperationen. Und das ist eine gute Nachricht für die Stadt, das ist eine gute Nachricht für Europa, eine gute Nachricht für Deutschland. Die besondere Bedeutung des XFEL hat Frau Blömeke schon erklärt, darauf müssen wir nicht noch weiter eingehen. Aber Deutschland. Die natürlich faszinierend, wenn man weiß, dass 27 000 Mal in einer Sekunde die Bewegung ist. In Stanford sind es 120. Da sieht man, glaube ich, schon, wie der Unterschied ist, welch ein Quantensprung das ist. Das ist nicht nur ein Quantensprung, das ist eine Potenzierung der Geschichte. Und – der letzte Satz – es ist auch der Metropolregion zu danken, dass wir eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg hatten. – Vielen Dank.“

Dr. Sven Tode

Hier können Sie das gesamte Plenarprotokoll einsehen.

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