Beiträge aus dem Monat: Mai 2012

Das Komponistenviertel in Barmbek-Süd – Veränderung eines Stadtteils

Rundgang am Sonntag, 3. Juni

von 14 – 16 Uhr

Das Komponistenviertel in Barmbek-Süd – hinter der Hamburger Meile zwischen Winterhuder Weg und Adolph-Schönfelder-Straße gelegen – erhielt nach dem Krieg ein völlig neues Gesicht. Es finden sich aber noch Zeugnisse der frühen Jahre des Arbeiterquartiers Barmbek „Basch“ – beispielsweise das Haus des „Lord von Barmbek“, 1867 erbaut, an der Ecke Alter Schützenhof/Bartholomäusstr., das aktuell vom Abriss bedroht ist.

Vergangenheit, Gegenwart und spannende Geschichten des Quartiers entdecken wir gemeinsam auf einem Rundgang mit Reinhard Otto von der Geschichtswerkstatt Barmbek.

Teilnahmebeitrag 4€/Person

Treffpunkt: An der Geschichtstafel Humboldtstr. 89 (vor der Schule)

Anmeldung bitte bis zum 1. Juni unter 040 – 61 19 83 12 oder kontakt@sven-tode.de

 

 

Gutes Wetter und gute Politik – Viele angeregte Gespräche beim “Fuhlefest”

Barmbek im Glück: Bei schönstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen konnten die Barmbekerinnen und Barmbeker das alljährliche Straßenfest auf der Fuhlsbüttler Straße, das “Fuhlefest” genießen.

Mittendrin: Der Stand der SPD. Viele Stunden vor Ort und mit den Bürgern im Gespräch: Sven Tode, der Bürgerschaftsabgeordnete für den Wahlkreis Barmbek, Dulsberg, Uhlenhorst und Hohenfelde.

Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, ihre Fragen und Anliegen bei Sven Tode loszuwerden, oder einfach nur zu einem Plausch. Ihn hat es gefreut, denn der direkte Kontakt zu den Menschen ist ihm wichtig: “Als Abgeordneter möchte ich wissen, wo den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort der Schuh drückt, oder welche Ideen sie haben. Denn ich will keine abgehobene Politik am grünen Tisch machen, sondern mich um die Probleme kümmern, die die Menschen umtreiben. Deshalb sind mir solche direkten Gespräche so wichtig – auch, wenn nach ein paar Stunden die Sonne ganz schön brannte.”

 

Das Haus des “Lords von Barmbeck” – Hohes öffentliches Interesse, aber Zukunft weiter ungewiss

Seit Monaten steht das betagte Haus Am Alten Schützenhof in Barmbek-Süd im öffentlichen Interesse. Denn es ist nicht nur das älteste noch existierende Haus in Barmbek, sondern war in den 1920er Jahren auch die Heimat des berühmten “Lord von Barmbeck”, des Einbrecherkönigs Gustav Adolph Petersen.

Und es ist vom Abriss bedroht. Nicht, weil es baufällig wäre – das ist es schon lange, aber keineswegs so, dass man es nicht sanieren könnte. Auch nicht, weil es leer stehen würde: Die meisten Wohnungen sind bewohnt, manche Mieter leben hier seit Jahrzehnten. Sondern, weil die neue Eigentümerin und ihr Verwalter darauf spekulieren, nach einem Abriss dort neue Wohnungen bauen und für viel Geld verkaufen odre vermieten zu können.

Diese Pläne haben schon letzten Herbst nicht nur die Bewohner, die Barmbeker Geschichtswerkstatt und das Denkmalschutzamt auf den Plan gerufen, sondern auch Sven Tode, den Bürgerschaftsabgeordneten der SPD für Barmbek, Dulsberg, Uhlenhorst und Hohenfelde. Denn als Politiker, als Historiker und als Barmbeker lehnt er den Abriss dieses einmaligen Kulturdenkmals entschieden ab

Sein öffentlicher Protest (siehe hier) führte immerhin dazu, dass die Eigentümer mittlerweile mit dem Denkmalschutzamt und dem Bezirksamt über Möglichkeiten einer Sanierung bzw. einer Kombination als altem Haus und Neubauten verhandeln. Doch das lange angekündigte Sanierungsgutachten scheint erst einmal auf Eis gelegt – die Zukunft des Hauses bleibt ungewiss.

Für Sven Tode bleibt es jedoch dabei: Über kreative Kompromisslösungen kann man gerne reden, aber ein Abriss kommt nicht in Frage. Deshalb freut es ihn, dass nun auch in der tageszeitung (taz) eine große Reportage

des renommierten Autors Roger Repplinger zum Thema erschienen ist und so den öffentlichen Druck für den Erhalt des Hauses verstärkt.

Mit dem Fahrrad auf den Spuren Fritz Schumachers: Schularchitektur in Barmbek und Umgebung 1909-1930

Stadtentwicklung einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollten 15 Personen, die sich am 13. Mai vor dem Eingangsportal des Johanneums in der Maria-Louisen-Straße einfanden. Mit dem Fahrrad erkundeten wir elf Schulen in Barmbek und Umgebung. Schulen, die in den Jahren 1909 bis 1930 von Fritz Schumacher entworfen wurden und in besonderer Weise von der Entwicklung dieser neu entstehenden Hamburger Stadtteile zeugen.

Das Johanneum, mit dessen Bau im Jahre 1912 begonnen wurde, zeugt noch von einer frühen Schaffensphase Fritz Schumachers. Insbesondere ist dies am monumentalen Eingangsbereich zu erkennen, den spätere Gebäude Schumachers nicht mehr aufweisen. 1914 erfolgte der Umzug der bereits 1529 gegründeten Gelehrtenschule vom Speersort nach Winterhude. Hamburg war in den vorherigen 50 Jahren rasant gewachsen und die Familien, deren Kinder bevorzugt das Johanneum besuchten, lebten nun im nördlichen Alsterbereich. Vom Johanneum geht es zur nahegelegenen Lichtwarkschule (heute Heinrich-Hertz Schule) am Stadtpark. Die Schule wurde sowohl architektonisch als auch vom pädagogischen Konzept her bewusst als Gegenentwurf zum nahegelegenen Johanneum konzipiert, naturwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Fachräume und ein offener Eingang wie eine Stadtteilaula mit Hans-Henny-Jahnn-Orgel sprechen eine deutliche Sprache. Hier sind auch Helmut und Loki Schmidt aus Barmbek zur Schule gegangen, hier haben sie sich kennengelernt.

Vom Stadtpark geht es nach einem kleinen Abstecher zur Stadtteilschule Winterhude in der Meerweinstraße – wo uns neben der Schumacher-Architektur vor allem der Eisenbahnwaggon beeindruckt, der an Verfolgung und Deportation erinnert – nach Barmbek-Nord. Hier entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein völlig neuer Stadtteil, dessen Konzeption auch auf Schumacher zurückzuführen ist. Dass das Viertel eine gänzliche andere Bevölkerungszusammensetzung hatte als das westliche Winterhude, ist unschwer auch daran zu erkennen, dass wir hier keine höheren Schulen vorfinden. Stattdessen gibt es hier eine Reihe ehemaliger Volksschulen. Besonders beeindruckend ist die Schule Genslerstraße: ein eingerückter Eckbau (Schulhof nicht im geräuschempfindlichen Hinterhof) mit imposantem Walmdach.

An der Genslerstraße fielen uns ebenso wie an der Fraenkelstraße die getrennten Eingänge für Mädchen und Jungen ins Auge. Die Schulgebäude waren in gesonderte Bereiche für Mädchen und Jungen aufgeteilt. Doch Schumacher hat das Ende der Koedukation vorausgesehen und die Gebäude so konzipiert, dass die Geschlechtertrennung durch einfache bauliche Maßnahmen abgeschafft werden konnte. Insbesondere an der Schule Fraenckelstraße wird dies deutlich. Hier gibt es wie an anderen Schulen zwei Flügel – doch diese dienten nicht der Trennung der Geschlechter. Vielmehr war ein Gebäudeflügel dem allgemeinen Unterricht vorbehalten, während im zweiten Gebäudeflügel die Räume für den Fachunterricht untergebracht waren. Beide Gebäudeflügel wurden von Mädchen wie Jungen gleichermaßen benutzt, gleichwohl die Kinder nach Geschlechtern getrennt unterrichtet wurden. An den beiden höheren Schulen in Winterhude gab es diese getrennten Eingänge übrigens nicht – die Lichtwarkschule war ein Pionier der Koedukation und hatte die Geschlechtertrennung bereits in der Weimarer Republik abgeschafft. Das Johanneum dagegen blieb lange nur männlichen Schülern vorbehalten – und öffnete erst 1977 seine Pforten für Mädchen.

Von der Fraenkelstraße aus lassen wir die Schule am Tieloh aus Zeitgründen rechts liegen und fahren nach der sehr klar strukturierten Schule Lämmersieth auf den Dulsberg, wo unser Weg uns zunächst zur Schule Alter Teichweg führt. Anschließend fahren wir zur Emil-Krause-Oberstufe. Das imposante Gebäude am Eingang zum Dulsberg hat lange Jahre ein Aufbaugymnasium beherbergt. Heute bildet die Schule gemeinsam mit der Schule Fraenkelstraße und der Schule am Tieloh die Stadtteilschule Barmbek.

Anschließend geht es weiter nach Barmbek-Süd. Dort gibt es nur wenige Schulgebäude Fritz Schumachers. Denn während Barmbek-Nord und der Dulsberg erst im frühen 20. Jahrhundert entstanden und daher maßgeblich auf der Stadtplanung Fritz Schumachers beruhen, wuchs Barmbek-Süd bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vom Dorf zu einem dichtbesiedelten Arbeiterviertel heran.  Als Schumacher nach Hamburg berufen wurde, war dieser Stadtteil bereits stark verdichtet und mit Schulen versorgt –  heute noch vorhandene Schulgebäude finden sich zum Beispiel in der Schleidenstrasse (heute ist hier das Arbeitsgericht), im Imstedt 18 (lange Zeit Sitz des Denkmalschutzamtes) sowie in der Humboldtstraße 89, das heute noch als Schulgebäude dient. Doch auch in Barmbek-Süd hat Schumacher Spuren seines Wirkens hinterlassen. So zum Beispiel mit der Beruflichen Schule Uferstraße, die ursprünglich als „Berufsschule für das weibliche Geschlecht“ konzipiert war und durch eine Vielzahl von hauswirtschaftlichen Fachräumen und „Kunst am Bau“ geprägt war.

Nach der im Krieg wohl einzig vollständig zerstörten Schumacher-Schule, der Realschule Uferstraße (nur die Turnhalle ist heute noch vorhanden und wird von der benachbarten Berufsschule genutzt) schließt sich einige hundert Meter weiter, an der Hochschule für Bildende Künste, der Kreis: wir sind wieder an einem Gebäude aus der frühen Schaffensphase Fritz Schumachers angekommen. Nach drei informativen Stunden, in denen wir viel Neues und Informatives über die frühe Entwicklung unserer Stadtteile erfahren haben, endet unsere Tour hier. Bei Kaffee und Kuchen in einem nahegelegenen Kaffee lassen wir den Sonntagnachmittag gemütlich ausklingen und tauschen uns über die vielen neu gewonnenen Eindrücke aus.

 

Engagierte Gespräche mit Schülerinnen und Schülern über Europa

Anlässlich der Europawoche war Sven Tode diese Woche zu Besuch an mehreren Schulen, um mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema Europa zu sprechen: Was bedeutet uns Europa generell? Welche Perspektiven hat die Europäische Union, gerade auch angesichts der aktuellen Krise? Und was bedeutet Europa konkret für uns in Hamburg?

Als Mitglied im Europaausschuss der Bürgerschaft war Sven Tode begeistert über das rege Interesse und die wache Diskussionsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler an dem Thema.

Und den Schülerinnen und Schülern selbst hat es offenbar auch gefallen. So vermerkt die Stadtteilschule Richard-Linde-Weg in Bergedorf (s. Foto) zu Sven Todes Besuch auf ihrer Homepage:

“Im Rahmen der Hamburger Europawoche besuchte uns heute der Politiker Dr. Sven Tode (Mitglied der Hamburger Bürgerschaft), um mit Schülern unserer 11. Klasse über europäische Politik zu diskutieren. Das Thema der Diskussion lautete “Subsidiarität – Wie kommt das Geld der EU nach Hamburg”. Dazu haben die Schüler zuvor Fragen ausgearbeitet und dem Politiker zukommen lassen. Herr Dr. Tode nahm sich Zeit und beantwortete ausführlich die Fragen der Schüler, bei denen es auch um lokale Projekte in Hamburg ging. Vielen Dank dafür!”